Fechten WM
Fechter Joppich holt WM-Gold

Peter Joppich hat bei der Fecht-WM in Turin zum zweiten Mal nach 2003 in Havanna den Titel gewonnen. Im Florett-Finale setzte sich der Koblenzer mit 15:14 gegen den Italiener Andrea Baldini durch.

Dank Peter Joppich gehen die deutschen Fechter in den Einzelwettbewerben der WM in Turin doch nicht leer aus. Der Koblenzer hat sich zum zweiten Mal den Weltmeister-Titel im Herrenflorett gesichert. Der 23-Jährige gewann das Finale gegen den Italiener Andrea Baldini 15:14 und wiederholte seinen Triumph von 2003 in Havanna. Der Deutsche Fechter-Bund (Dfeb) war in den ersten beiden WM-Tagen ohne Medaille geblieben, bei den Degendamen kam sogar keine Deutsche unter die besten Acht.

Nach einer Umarmung von Freundin Ina auf der Tribüne und eingehüllt in eine Deutschland-Fahne genoss der Titelträger die Momente seines Erfolges: "Ich bin überglücklich. Gerade in Italien mit den lauten Fans im Finale gegen einen Italiener mit dem letzten Treffer zu gewinnen, ist einfach nur genial", sagte Joppich.

Dass Joppich laut Bundestrainer Ullrich Schreck ohnehin Deutschlands derzeit einziger Fechter mit Starpotenzial ist, stellte der Weltranglistenvierte im Finale in imponierender Manier unter Beweis. Unbeeindruckt vom Lärm der 2000 italienischen Zuschauer im Oval Lingotto ließ er dem Weltranglistendritten Baldini keine Chance.

Viertelfinale mit Wunde gedreht

Das Florett-Ass hatte bereits zuvor im Viertelfinale gegen den Bonner Benjamin Kleibrink Nerven aus Stahl bewiesen und trotz eines 13:14-Rückstands noch 15:14 gewonnen. Dabei musste der angehende Champion die Hälfte des Gefechts mit einer schmerzhaften Wunde am Hals fechten. Denn sein "Intimfeind" Kleibrink hatte Joppich, der in diesem Jahr bereits mit einer hartnäckigen Hirnhautentzündung zu kämpfen hatte, mit dem Florett unabsichtlich verletzt.

Nach der Pleite von Ex-Vizeweltmeisterin Anja Müller im Florett-Einzel zum WM-Beginn am Sonntag und den glanzlosen Auftritten der "Säbler" sowie dem enttäuschenden Abschneiden des gesamten Degen-Lagers polierte Joppich die Dfeb-Bilanz am Ende der Einzelwettberbe durch seinen Triumph, dem im Halbfinale ein 15:10 gegen den Chinesen Sheng Lei vorausgegangen war, noch gehörig auf.

Bißdorf denkt über Karriereplanung nach

Völlig enttäuscht packte unterdessen Florett-Spezialist Ralf Bißdorf (Heidenheim) am Dienstag seine Koffer und reiste nach seiner Achtelfinal-Niederlage gegen den Japaner Yusuke Fuduka (11:15) aus Turin ab. Schreck hatte schon im Vorfeld der WM erklärt, dass er den Europameister im Teamwettbewerb am Samstag nicht einsetzen wird.

"Natürlich bin ich total enttäuscht", meinte Bißdorf, der sich in den kommenden Tagen über seine weitere Karriereplanung Gedanken machen will: "Es gibt da noch keine Tendenz. Aber bevor ich heirate, muss ich auf jeden Fall erst einmal ein Scheidungsjahr im Fechten einlegen". Bißdorf ist mit Säbelfechterin Stefanie Kubissa liiert.

Duplitzer: "Es war nicht mein Jahr"

Unterdessen erlebten die Degendamen wie schon im vergangenen Jahr in Leipzig ein Debakel. Nachdem Europameisterin Claudia Bokel (Tauberbischofsheim), Britta Heidemann und Marijana Markovic (beide Leverkusen) bereits vorzeitig sang- und klanglos ausgeschieden waren, musste im Achtelfinale auch die Weltranglistenzweite Imke Duplitzer (Bonn) die Segel streichen. Die 31-Jährige unterlag der 25 Plätze tiefer notierten Ungarin Timea Nagy unglücklich 14:15. Nagy gewann später den Titel im Degen. Die Olympiasiegerin von Athen behielt im Finale gegen die Estin Irina Embrich mit 15:11 die Oberhand und sicherte den Magyaren damit den ersten WM-Erfolg.

© SID

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