Fechten WM
Fechter-Präsident Rapp: "Ich trete noch einmal an"

Gordon Rapp, Präsident des Deutschen Fechter-Bundes, zieht im Interview ein positives Zwischenfazit der WM und lobt die besondere Atmosphäre in Paris.

Gordon Rapp ist zuversichtlich, dass die Talente in den kommenden Jahren zu den Leistungsträgern aufschließen werden. Dennoch regt er eine Änderung bei der Nachwuchsförderung an: Junge Fechter sollten später an die Stützpunkte wechseln.

Frage: "Eine WM in der französischen Hauptstadt ist sicherlich keine preiswerte Angelegenheit. Wie fällt trotz der hohen Kosten bisher ihr Fazit der WM im besonderen Ambiente des Grand Palais aus?"

Gordon Rapp: "Solche grandiosen Weltmeisterschaften gehen an die Grenzen selbst eines leistungsstarken Verbandes. Aber wir sind froh, dass wir die Investitionen gemacht haben. Auch für die Athleten. Das ist für den Fechtsport sicherlich eine tolle Geschichte in der Präsentation."

Frage: "Gibt es auch Orte und finanzielle Möglichkeiten in Deutschland, um so etwas in ähnlichem Ambiente auf die Beine zu stellen?"

Rapp: "Es gibt die Orte, es gibt die Finanzen. Vielleicht schaffen wir es, beide Dinge zusammen zu bringen. In Düsseldorf beispielsweise hätte man solche Möglichkeiten. Ich kann mir aber auch gut vorstellen, dass man in einer der großen Arenen so etwas macht. Wo man weit weg geht von dem Thema, dass man in einer Sporthalle ist. Wir können so etwas. Das ist zwar ein Riesenaufwand und kostet enorm viel Geld. Die WM hier ist doppelt so teuer wie unsere Weltmeisterschaft 2005 in Leipzig. Es ist schwierig in Deutschland jemanden zu finden. Das können sie in Frankreich machen, weil hier das Fechten anders verankert ist."

Frage: "Wenn man sich die deutschen Medaillengewinner bisher anschaut, das sind im Prinzip immer die üblichen Verdächtigen. Würden sie sich mehr Druck aus der zweiten Reihe erhoffen?"

Rapp: "Wir haben jetzt wieder einige Junioren herangeführt. Die brauchen eine gewisse Zeit. Ich mache mir diesmal nicht so große Sorgen wie wir es schon einmal erlebt haben. Wir scheinen derzeit eine Entwicklung zu haben, dass wir den Wechsel nach 2012 hin zu 2016 einigermaßen bewerkstelligen werden."

Frage: Gibt es mit diesem Ziel im Hintergrund auch strukturelle Änderungen?

Rapp: "Wir sind dabei, unsere generelle Konzeption etwas umzustellen. Die Rolle der Stützpunkte wird dabei auch noch einmal kritisch hinterfragt werden. Man muss überlegen, ob man die Athleten nicht etwas später an die Stützpunkte bringt, damit man nicht mehr nur ein sehr zentralistisches System hat. Die Athleten kommen sehr früh, mit 14 Jahren, an die Stützpunkte. Ich glaube nicht, dass sich das auf Dauer trägt. Man sieht auch, die Drop-Out-Quote ist zu hoch. Wir können es uns nicht mehr leisten, möglichst viele Talente an die Stützpunkte zu ziehen, eine Selektion zu machen - und nur zwei oder drei bleiben übrig."

Frage: Werden Sie denn beim Fechtertag am 20. November wieder für das Amt des Verbandspräsidenten kandidieren?"

Rapp: "Ja, ich werde noch einmal antreten. Wir sind mitten in der Olympiade, wir haben nächstes Jahr 100-Jahr-Feier, da sollte man schon nochmal antreten."

© SID

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