Fechten WM
Gelungene Olympia-Generalprobe für Fechter bei WM

Die deutschen Fechter haben bei der Mannschafts-WM in Peking eine Goldmedaille verpasst, dennoch stellte Deutschland mit Silber und Bronze die erfolgreichste Nation.

Für den Deutschen Fechter-Bund (Dfeb) können die Olympischen Spiele kommen. Bei der Mannschafts-Weltmeisterschaft in Peking (China) reichte es zwar nicht für einen Titelgewinn, eine gelungene Genralprobe für das Großevent im Sommer war es aber dennoch: Mit Silber für die Florett-Männer und Bronze für die Degen-Frauen war Deutschland die erfolgreichste Nation. "Wir haben als einzige Nation zwei Medaillen geholt. Wir haben uns zwar schon eine Chance auf Gold ausgerechnet, aber wir brauchen nicht unzufrieden zu sein", sagte Dfeb-Sportdirektor Claus Janka dem sid.

Janka bescheinigt Peking "Olympiareife"

Gelungen waren die Wettkämpfe in der olympischen Fechthalle auch angesichts der guten Organisation der Gastgeber. "Das, was hier abgelaufen ist, war absolut olympiareif", lobte Janka. "Perfekt organisiert, das hatte schon olympisches Flair", ergänzte Dfeb-Präsident Gordon Rapp.

Von erhöhten Sicherheitsmaßnahmen, unerwünschten Begleitern oder einer Inszenierung der Veranstaltung angesichts der Diskussionen um die chinesische Vorgehensweise in Tibet sei nichts zu spüren gewesen. "Als überraschend offen und nicht verkrampft", nahm Janka die Stadt, aber auch die WM wahr. Einzig der Smog habe den guten Eindruck getrübt.

Der Sportdirektor will sich aber nicht blenden lassen vom insgesamt guten Eindruck, den die Organisatoren der WM hinterlassen haben. Am 6. Mai bei der Sitzung des Dosb in Frankfurt/Main werde man über eine gemeinsame Linie beraten, wie sich Athleten und Funktionäre bei Olympia verhalten werden. Vor allem im Hinblick auf den Artikel 51 der Olympischen Charta, der den Athleten während der Spiele unter anderem politische Demonstrationen verbietet, herrscht Unsicherheit über mögliche Konsequenzen bei politischen Äußerungen.

Damen verpassen Finale knapp

Bei der Team-WM standen angesichts des nahezu reibungslosen Ablaufs zumindest für den Moment die sportlichen Fragen im Mittelpunkt. Vor allem das Degen-Team der Frauen zeigte einen starken Auftritt und verpasste durch ein 24:25 im Sudden Death gegen China das Finale.

Das Quartett mit Einzel-Weltmeisterin Britta Heidemann (Leverkusen), der überragenden Imke Duplitzer (Bonn), Marijana Markovic (Leverkusen) und Monika Sozanska (Heidenheim) besiegte im kleinen Finale Polen 45:35 und gewann wie schon bei der WM 2007 in St. Petersburg Bronze. "Ein bisschen traurig" sei man, dass es nicht zu mehr gereicht habe, "weil die Chance da war. Aber wir haben unser Potenzial ganz klar bewiesen", sagte Janka.

Das galt allerdings nicht für das Florett-Team mit dem dreifachen Einzel-Weltmeister Peter Joppich (Koblenz), Benjamin Kleibrink (Bonn), Richard Breutner (Koblenz) und Dominik Behr (Tauberbischofsheim). Zwar gewannen die Männer Silber, gegen Italien setzte es eine deutliche 35:45-Niederlage.

Joppich und Kleibrink fahren als Goldanwärter zu Olympia

Joppich und Kleibrink treten bei Olympia in der Einzel-Konkurrenz als Goldanwärter an, bei den Frauen zählen Heidemann und Duplitzer zu den Medaillenkandidaten. Die Teams der WM werden dann wegen der olympischen Rotation der Waffen allerdings nicht dabei sein.

Ebenfalls eine Medaille als Ziel ausgegeben hat Säbel-Fechter Nicolas Limbach aus Dormagen, der allerdings bei den deutschen Meisterschaften in Wertheim seinen dritten Einzel-Titel in Folge verpasste und nur Fünfter wurde. Den Sieg sicherte sich Johannes Klebes (Tauberbischofsheim). Ihren zweiten Einzel-Titel sicherte sich die Koblenzerin Alexandra Bujdoso. Die 18 Jahre alte Schülerin ist ebenfalls für Peking qualifiziert.

Bei den Mannschafts-Entscheidungen am Sonntag in Eislingen setzten sich jeweils die Teams von Bayer Dormagen durch. Die Männer mit Limbach, Benedikt Beisheim, Max Hartung und Matyas Szabo gewannen gegen den FC Tauberbischofsheim 45:34. Bei den Frauen behielt ebenfalls das Dormagener Quartett Stefanie Kubissa, Davina Hirzmann, Anna Limbach und Lea Scholten mit 45:22 gegen Gastgeber TSG Eislingen die Oberhand.

© SID

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