Fechten WM
Joppich verteidigt WM-Titel erfolgreich

Peter Joppich ist erneut Florett-Weltmeister. Bei den Titelkämpfen in St. Petersburg setzte sich der Koblenzer nach 2003 und 2006 zum dritten Mal durch. Silber ging an den Italiener Andrea Baldini.

Peter Joppich bleibt der beste Florett-Fechter der Welt. Der "Goldjunge" und Bronzemedaillen-Gewinner Benjamin Kleibrink haben bei den Weltmeisterschaften in St. Petersburg für den größten Erfolg der deutschen Fechter seit 14 Jahren gesorgt.

"Das ist einfach Wahnsinn. Ich bin überglücklich", sagte der neue und alte Weltmeister Joppich. Für die beiden deutschen Fechter bedeutet der Coup die sichere Qualifikation für die Olympischen Spiele 2008 in Peking.

Nicht nur, dass Joppich in der Neuauflage des WM-Finals von Turin 2006 den Italiener Andrea Baldini mit 15:9 erneut bezwang und damit mit seinem insgesamt dritten Einzel-Titel nach 2003 und 2006 für einen neuen deutschen Rekord sorgte. Zudem war es zum bislang letzten Mal 1993 gelungen, dass zwei deutsche Florett-Fechter gemeinsam auf dem Treppchen standen. Damals hatten der Bonner Alexander Koch Gold und der Tauberbischofsheimer Uwe Römer Bronze bei der Heim-WM in Essen geholt.

Nervenstärke im Achtelfinale

Diesmal siegte der Koblenzer Berufssoldat Joppich vor 2 500 Zuschauern in beeindruckender Manier, obwohl er im Achtelfinale nur dank seiner Nervenstärke weitergekommen war. Beim 9:8-Sieg gegen den Israeli Tomer Or stand er kurz vor dem Aus, ehe er im Sudden Death den entscheidenden Treffer landete. "Da hatte sich schon einiges aufgestaut. Aber dann habe ich mich in einen Rausch gefochten", erklärte Joppich.

Überglücklich war auch Bundestrainer Uli Schreck: "Eine tolle Leistung. Besser geht es nicht. Ich bin sehr zufrieden, einfach grandios. Die Koffer für Peking können gepackt werden." Nur einer wollte in die allgemeine Jubelstimmung nicht einstimmen. "Ich kann mich nicht über die Bronze-Medaille freuen, weil ich unbedingt Weltmeister werden wollte", sagte der enttäuschte Kleibrink.

Die beiden anderen Florett-Spezialisten des Deutschen Fechter-Bundes (Defb) waren vorzeitig ausgeschieden und mussten ihren Olympia-Traum begraben. Für Christian Schlechtweg (Berlin) war nach dem 6:15 gegen den Briten Richard Kruse bereits in der Runde der letzten 64 Schluss. Der Tauberbischofsheimer Dominik Behr scheiterte eine Runde später mit 13:15 knapp an Andrea Cassara aus Italien.

Bereits am Vormittag war Degen-Fechterin Monika Sozanska aus Heidenheim vorzeitig ausgeschieden. Sie unterlag in der Vorrunde der Koreanerin Jung-Hyo Jung 6:13 und verpasste die Direktausscheidung der letzten 64. Für Sozanska ist die WM damit bereits beendet, da sie nur für die Einzelkonkurrenz vorgesehen war.

© SID

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