Fechten WM
Kulcsar neuer Degen-Weltmeister, Ackermann 25.

Bei der WM in St. Petersburg sind die deutschen Fechter am Mittwoch ohne Medaille geblieben. Im Degen-Finale sicherte sich der Ungar Krisztian Kulcsar den Titel, Norman Ackermann landete am Ende auf Platz 25.

Die Enttäuschung war groß, die Zwischenbilanz dennoch positiv: Nach den großen Erfolgen mit je zweimal Gold und Bronze erlebte die deutsche Fecht-Mannschaft bei den Weltmeisterschaften im russischen St. Petersburg am Mittwoch ihren ersten Tag ohne Medaillengewinn. Dennoch zog Sportdirektor Claus Janka ein zufriedenes Halbzeit-Resumee. "Die Degen-Ergebnisse sind nicht befriedigend. Aber sonst haben wir uns bisher sehr gut behauptet und unser Potenzial umgesetzt", sagte Janka.

Die Medaillenwertung führt die deutsche Mannschaft auch nach dem Sieg des neuen Weltmeisters Krisztian Kulcsar aus Ungarn in der fünften der insgesamt zwölf Entscheidungen an. "Das hat es lange nicht gegeben. Diesen Schwung der ersten Tage müssen wir für die Mannschaften mitnehmen", erklärte Janka weiter.

Die Enttäuschung über das vorzeitige Scheitern der Degen-Herren war ihm allerdings deutlich anzusehen. Als einzig verbliebener der drei Deutschen in der Direktausscheidung hatte sich Norman Ackermann in der Runde der letzten 32 verabschiedet, als er durch ein 9:15 gegen den Italiener Diego Confalonieri das Achtelfinale verpasste und auf Platz 25 landete.

Die Umstände der Niederlage passten zu einem erfolglosen Tag, der eine ganz neue Erfahrung für das bislang mit vier Medaillen verwöhnte Team des Deutschen Fechter-Bundes (Dfeb) bereithielt. Wegen technischer Probleme mit der Bahnbeleuchtung musste Ackermann während seines Gefechts beim Stande von 4:6 auf eine Nebenplanche wechseln, insgesamt viermal wurde das Duell unterbrochen.

Seine Tauberbischofsheimer Vereinskollegen Jörg Fiedler und Sven Schmid hatten sich schon vorher verabschiedet. Fiedler schied durch ein 14:15 gegen Ulrich Robeiri aus Frankreich aus, obwohl er über die gesamte Gefechtdauer geführt hatte, beim Stande von 14:11 aber den Faden und dann das Duell verlor.

"Das war ein grandioses Gefecht bis zum 14:11. Was dann los war, weiß ich nicht", sagte Fiedler geknickt, dem die Nerven offenbar einen Streich gespielt hatten. Umso ärgerlicher für Fiedler, da er trotz anhaltender Zahnbeschwerden zur WM gereist war und dafür wegen seiner Flugangst sogar eine 36-stündige Anreise mit dem Zug auf sich genommen hatte.

Schmid nach "sudden death" selbstkritisch

Auch Sven Schmid war enttäuscht nach seinem 2:3 im "sudden death" gegen den Ukrainer Dmytro Tschumak: "Ich hätte mich trauen müssen, mehr anzugreifen", übte Schmid Selbstkritik. Besonders bitter: Die WM ist damit für ihn gelaufen, weil er nicht für die Mannschaft vorgesehen ist. Bereits in der Vorrunde war Martin Schmitt ausgeschieden, der allerdings noch mit der Mannschaft Wiedergutmachung betreiben kann.

Das hat sich auch Fiedler fest vorgenommen. "Wir haben eine klare Aufgabe: Wir müssen unter die ersten Vier kommen", sagte er im Hinblick auf die Qualifikation für die Olympischen Spiele 2008 in Peking. Trainer Walter Steegmüller rechnete bereits hoch: "Ich hoffe, dass uns die Franzosen nicht im Halbfinale stoppen." Sportdirektor Janka mahnte derweil: "Wir wollen und müssen zu Olympia, aber das haben wir noch nicht in der Tasche."

Alle vier deutschen Florett-Fechterinnen erreichten unterdessen die letzte Einzel-Direktausscheidung am Donnerstag. Katja Wächter und Sandra Bingenheimer setzten sich in der Vorrunde souverän durch. Ihre Tauberbischofsheimer Vereinskolleginnen Carolin Golubytskyi und Anja Schache waren wegen ihrer hohen Platzierung in der Weltrangliste direkt qualifiziert.

© SID

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