Fechten WM
Säbel-Herren scheitern im Viertelfinale

Die deutschen Säbel-Herren sind bei der Fecht-WM in Paris im Viertelfinale ausgeschieden. Die Enttäuschung über das Aus sitzt tief. Auch die Damen können nicht zufrieden sein.

Erst großer Frust, dann große Moral: Noch minutenlang saßen die deutschen Säbelherren um Vize-Weltmeister Nicolas Limbach nach ihrer Viertelfinal-Niederlage wie versteinert neben der Planche. Das Ergebnis, mit dem ihre Medaillenträume am ersten Tag der Mannschaftswettbewerbe der WM in Paris jäh beendet wurden, prangte wie zum Hohn in großen Ziffern nur wenige Meter vor ihnen auf der Leinwand.

Mit 42:45 hatte das deutsche Quartett mit Limbach, Benedikt Beisheim, Max Hartung (beide Dormagen) und Johannes Klebes (Tauberbischofsheim) nach großem Kampf gegen Titelverteidiger Rumänien verloren und die dritte Medaille für den Deutschen Fechter-Bund (Dfeb) bei den diesjährigen Titelkämpfen in der französischen Hauptstadt verfehlt. Die deutschen Damen waren ohne Medaillenchance und verloren im Achtelfinale gegen die favorisierten Amerikanerinnen.

Kampfgeist sorgt für einen versöhnlichen Abschluss

Dass am Ende dennoch ein versöhnlicher Abschluss des Wettbewerbs heraussprang, verdankten die Deutschen ihrem Kampfgeist. Unbeeindruckt von dem demoralisierenden Ergebnis bezwangen sie in ihren Platzierungsgefechten Südkorea und China mit jeweils 45:38 und sicherten sich Rang fünf.

"Auf der einen Seite haben wir natürlich eine Medaille verloren, aber dennoch einen Fortschritt gemacht", sagte Bundestrainer Vilmos Szabo. Im vergangenen Jahr stand Platz elf bei der WM in Antalya zu Buche. "Wir müssen uns entwickeln. Das war ein Schritt nach vorne", sagte Limbach nach dem letzten Gefecht: "Ich bin mit 24 Jahren ja der Älteste im Team."

Szabo: "Wir sind im Plan"

Für die im Mai 2011 beginnende Olympiaqualifikation könnte das Ergebnis möglicherweise sogar goldwert sein. In der Weltrangliste dürften die Säbel-Herren einen Sprung nach vorne machen und so in den wichtigen Weltcup-Gefechten zu Beginn auf leichtere Gegner treffen. "Wir sind im Plan", sagte Szabo.

Die Deutschen, bei der Heim-EM in Leipzig Bronzemedaillengewinner, lagen gegen Rumänien bereits 26:34 zurück, ehe der am gesamten Tag auftrumpfende Beisheim sich und seine Teamkollegen zwischenzeitlich sogar mit 35:34 in Führung brachte. Doch die nach ihm fechtenden Limbach und Hartung mussten am Ende ihren Gegnern Tribut zollen.

Gewagte Aufstellung zahlt sich nicht aus

Auch die gewagte Aufstellung des Bundestrainers, der auf den normalerweise gesetzten Björn Hübner (Knieverletzung) verzichten musste, zahlte sich am Ende gegen Rumänien nicht aus. Anstatt wie sonst Limbach als letzten Fechter auf die Planche zu schicken, um in der entscheidenden Situation des Gefechts seine ganze Klasse ausspielen zu können, bestritt der nur für den Mannschaftswettbewerb nominierte Max Hartung das Schlussgefecht.

"Das war volles Risiko. Ich hab gedacht, Nico macht vorher einen großen Vorsprung, den wir dann verteidigen können. Aber das hat nicht geklappt", sagte Szabo. Der Titel ging an die Mannschaft Russlands.

Die deutschen Damen mit der WM-Sechsten Stefanie Kubissa, Davina Hirzmann (beide Dormagen), Alexandra Bujdoso (Koblenz) und der EM-Dritten Sibylle Klemm (Tauberbischofsheim) verloren in der Runde der letzten 16 gegen die USA mit der Olympiasiegerin und zweimaligen Weltmeisterin Mariel Zagunis 25:45. Zum Auftakt hatte Deutschland mit 45:38 gegen die Dominikanische Republik gewonnen. Am Ende belegten die Damen Platz zehn. Gold holte wie bei den Männern die Mannschaft aus Russland.

© SID

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