Fédération Internationale de Ski Grünes Licht für russische Skilangläufer beim Weltcup-Auftakt

Lebenslang vom IOC, aber vorerst grünes Licht vom Ski-Weltverband. Das suspendierte russische Sextett darf beim Weltcup-Auftakt im finnischen Kuusamo starten. Der FIS fehlt die Begründung des IOC für die Höchststrafe.
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Der russische Langläufer Alexander Legkow wurde vom IOC lebenslang gesperrt. Der Vorwurf: Doping. Quelle: dpa
Alexander Legkow

Der russische Langläufer Alexander Legkow wurde vom IOC lebenslang gesperrt. Der Vorwurf: Doping.

(Foto: dpa)

KuusamoHeftige Schlappe für das IOC: Die vom Internationalen Olympischen Komitee Anfang November lebenslang gesperrten sechs russischen Skilangläufer dürfen am Freitag beim Weltcup-Auftakt im finnischen Kuusamo nun doch starten. Der Weltverband FIS gab dem Sextett um Olympiasieger Alexander Legkow am Donnerstag grünes Licht und begründete seine Entscheidung mit noch nicht vorliegenden Informationen und Beweisen.

Die vom IOC im Zusammenhang mit der Sperre für Olympische Winterspiele gelieferten Begründungen für die Dopingsperren seien aus Sicht der zuständigen FIS-Kommission nicht ausreichend.

„Als Konsequenz daraus ist die Dopingkommission der FIS verpflichtet, so lange zu warten, bis die IOC-Disziplinarkommission detaillierte Beweise vorlegt, bevor sie in diesem Fall weitere Schritte unternehmen kann“, heißt es in dem Statement des Weltverbandes. Das bedeute, dass „aktive Athleten bei FIS-Wettbewerben und damit auch beim Weltcup bis auf weiteres startberechtigt sind“.

Weltcup-Auftakt ohne Star-Power
Marcel Hirscher
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Der Österreicher ist eigentlich ein Spezialist für Sölden, fuhr in den vergangenen fünf Jahren jedes Mal auf das Podium. Weil sich der sechsmalige Champion im Gesamtweltcup aber Mitte August den linken Außenknöchel brach und lange einen Gips tragen musste, geht sich ein Start nicht aus. Der 28-Jährige hofft auf ein Comeback im Dezember.

Lindsey Vonn
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Für die Weltcup-Rekordsiegerin hat Sölden keine Priorität, sie nimmt die Speed-Rennen in Lake Louise Anfang Dezember in den Fokus. Dort will sie ihren 77 Siegen weitere hinzufügen, um Ingemar Stenmarks Bestmarke (86) zu attackieren. Für die 33-Jährige zählt nach vielen Verletzungen im Hinblick auf Olympia jedes Wochenende ohne Belastung.

Fritz Dopfer (l.)
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Der deutsche Techniker muss wegen den Folgen seines Schien- und Wadenbeinbruchs vom November 2016 passen. Weil er nach wie vor Schmerzen im Skischuh habe, komme ein Start in Sölden nicht infrage. Der 30-Jährige wolle erst dann Rennen fahren, wenn er „100 Prozent“ fit sei. Dopfer peilt vorerst den Slalom am 12. November in Levi an.

Lara Gut
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Vor einem Jahr hatte die Schweizerin den Riesenslalom in Sölden noch mit riesigem Vorsprung gewonnen. Bei der WM in St. Moritz zog sich die Weltcup-Gesamtsiegerin von 2016 dann aber einen Kreuzbandriss zu. Nach der Reha stand sie Anfang September erstmals wieder auf Skiern und hofft auf ein Renn-Comeback im November in Übersee.

Aksel Lund Svindal
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Dem Norweger geht es ähnlich wie Lindsey Vonn: Er will erst bei den Speed-Rennen in Nordamerika in die Saison starten, auch um sein im Januar operiertes Knie vor „zu vielen Schlägen“ zu schützen. Sölden komme „zu früh“ für ihn, sagte der 34-Jährige. Er hat vor allem die Abfahrtsklassiker rund um Kitzbühel und Olympia im Blick.

Eva-Maria Brem
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Die Österreicherin hatte Viktoria Rebensburg im Frühjahr 2016 die kleine Riesenslalom-Kristallkugel weggeschnappt. Vor einem Jahr brach sie sich im Training den Unterschenkel und verpasste die Saison. Die 29-Jährige könne aktuell zwar wieder voll trainieren, Sölden aber „passt leider so gar nicht in meinen Zeitplan“, sagte sie jüngst.

Anna Veith
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Auch die zweimalige Weltcup-Gesamtsiegerin wurde in der vergangenen Saison am Knie operiert, wegen der Genesungsphase trainiert sie erst seit September im Schnee. Sölden und auch der Slalom in Levi Mitte November hakte sich schnell ab. Die 28-Jährige will wie Vonn und Gut mit Speed-Rennen starten. Ob das in Nordamerika klappt, ist offen.

Das betrifft Skilanglauf-Olympiasieger Legkow, seine russischen Teamkollegen Jewgeni Below und Maxim Wylegschanin sowie Alexej Petuchow, Julia Iwanowa und Jewgenija Schapowalowa. Allerdings wird Legkow in Nordfinnland gar nicht starten; er trainiert in Davos.

Das russische Sextett war vom IOC mit lebenslangen Sperren für IOC-Wettbewerbe belegt worden; ihre olympischen Medaillen wurden aberkannt, da sie angeblich in den russischen Doping-Skandal um manipulierte Proben bei den Olympischen Spielen 2014 in Sotschi verwickelt sein sollen.

Stichhaltige Beweise konnten bislang aber weder durch den McLaren-Report des IOC noch von der durch das Internationale Olympische Komitee eingesetzten Oswald-Kommission geliefert werden. Der russische Ski-Langlaufverband FLGR hat beim Internationalen Sportgerichtshof (CAS) in Lausanne bereits dagegen geklagt.

Extremrennen auf einem der größten Gletscher der Alpen

Extremrennen auf einem der größten Gletscher der Alpen

Leidtragende des sportpolitischen Hickhacks sind die Athleten. Sie waren von der FIS seit einem Jahr für Wettbewerbe bis zum 31. Oktober suspendiert, trainierten aber weiter in der Hoffnung, in der neuen Saison wieder starten zu können. So gewannen Below und Wylegschanin zuletzt FIS-Rennen und reisten am Dienstag auch zum Weltcup-Auftakt ins finnische Kuusamo.

Legkow fehlt im russischen Aufgebot. Nach der IOC-Entscheidung war er nervlich am Ende, wie sein deutscher Trainer Markus Cramer der Deutschen Presse-Agentur berichtete. „Er ist völlig gebrochen“, sagte Cramer. Wegen eines massiven Gewichtsverlustes sei derzeit kein Wettkampfeinsatz möglich. Legkow reiste bereits zu Wochenbeginn aus dem Trainingscamp im schwedischen Gällivare ab und trainiert in Davos unter Aufsicht eines Trainers und im Beisein seiner Familie.

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