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Federers Sehnsucht bleibt ungestillt

Roger Federer ist beim Versuch, den letzten Gipfel der Tennis-Welt zu erklimmen, einmal mehr gescheitert. Wie Boris Becker, Pete Sampras, Stefan Edberg, Jimmy Connors, Arthur Ashe und John Newcombe fehlt dem Schweizer ein Sieg bei den French Open.

dpa PARIS. Roger Federer ist beim Versuch, den letzten Gipfel der Tennis-Welt zu erklimmen, einmal mehr gescheitert. Wie Boris Becker, Pete Sampras, Stefan Edberg, Jimmy Connors, Arthur Ashe und John Newcombe fehlt dem Schweizer ein Sieg bei den French Open.

Doch anders als seine berühmten Vorgänger kann der 23-Jährige beim einzigen Grand-Slam-Turnier auf Sand einen neuen Anlauf wagen. "Die Motivation für das nächste Jahr ist nun umso größer", sagte Federer nach der 3:6, 6:4, 4:6, 3:6-Halbfinal-Niederlage gegen Rafael Nadal.

Wie groß seine Sehnsucht nach der bisher nur von Fred Perry, Don Budge, Rod Laver, Roy Emerson und Andre Agassi erreichten, kompletten Grand-Slam-Sammlung ist, stand dem Weltranglistenersten ins Gesicht geschrieben. "Man weiß nie, wie viele Chancen man bekommt, so ein Turnier zu gewinnen. Ich hatte gute Ansätze, aber ich konnte es nicht durchziehen. Ich war nicht konstant genug", sagte Federer mit Tränen in den Augen.

Erstmals im siebten Anlauf war er in Paris ins Halbfinale eingezogen und hatte bis dahin keinen Satz verloren. Dann kam der junge Spanier und machte in einem Match die Arbeit von knapp zwei Wochen zunichte. Federers Erklärung dafür fiel recht simpel aus: "Ich habe schlecht begonnen und schlecht aufgehört. Nur in der Mitte der Partie war ich gut, doch das hat nicht gereicht."

Anders als im Finale des Masters-Turniers in Miami, als Federer schon zwei Sätze zurücklag, konnte er den Kopf diesmal nicht aus der Schlinge ziehen. Nadal ("Federer ist der beste Spieler der Welt") war zu stark an diesem Tag, und Federer hatte für die atemberaubende Vorstellung seines jungen Herausforderers nur lobende Worte: "Er war besser als ich heute. Er spielt einen unglaublichen Spin. Das war einer der Gründe für die Niederlage."

In 49 Matches in diesem Jahr ging Federer nur drei Mal als Verlierer vom Platz, zwei Mal auf Asche. Trotzdem hat er mit Hilfe des früheren Lendl-Trainers Tony Roche viel erreicht in dieser Sandplatz-Saison. "Tony hat sich entschieden, auch noch mit nach Wimbledon zu gehen. Das hat mich sehr gefreut, denn er kann mir sicher noch wertvolle Tipps geben", sagte Federer, den eine große Lernbereitschaft und die Fähigkeit zur Selbstkritik auszeichnet - auch nach zwei WM-Titeln (2003, 2004), zwei Wimbledonsiegen (2003, 2004), dem Gewinn der Australian und der US Open (beide 2004).

Die Wunden, die Paris hinterlassen hat, soll nun die Rasensaison heilen. Von Montag an schlägt der Titelverteidiger im westfälischen Halle auf. "Ich freue mich darauf, dass ich jetzt auf Gras loslegen kann", sagte Federer. Auf seinem Lieblingsbelag wird er nichts Neues gewinnen, aber viel verteidigen können: Seit zwei Jahren hat er auf Rasen kein Match mehr verloren.

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