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Fifa-Chef Blatter will bis 2011 weitermachen

Joseph Blatter geht es gegenwärtig richtig gut. Der mächtigste Sportverband wirkt befriedet. Der agile Eidgenosse sieht sein Vorhaben, den Fußball weltweit als ein verbindendes, kulturelles Gut zu etablieren, auf gutem Weg.

dpa BERLIN. Joseph Blatter geht es gegenwärtig richtig gut. Der mächtigste Sportverband wirkt befriedet. Der agile Eidgenosse sieht sein Vorhaben, den Fußball weltweit als ein verbindendes, kulturelles Gut zu etablieren, auf gutem Weg.

Die Weltmeisterschaft 2006 in Deutschland wird "ganz großartig werden", sagt der 69 Jahre alte Präsident des Fußball-Weltverbandes Fifa. Schon jetzt stehe fest, dass die WM in Südafrika 2010 ein noch größerer kommerzieller Erfolg werde. Und dass sich Blatter in Berlin nach einem gerade abgeschlossenen, strapaziösen Entwicklungshilfe-Trip durch fünf der ärmsten Länder Afrikas auch energisch in die olympische Sportpolitik einmischt, spricht von Fitness und Spannkraft.

Vor diesem Hintergrund wirkt seine Ankündigung gegenüber dpa, "ich werde mich 2007 noch einmal zur Verfügung stellen, wenn ich gesund bleibe und die Verbände mich wollen", wie eine automatische Amtsverlängerung. Das ist ein erstaunlicher Vorgang. 1998 hatte Blatter als Generalsekretär seinen brasilianischen Vorgänger Joao Havelange beerbt. Die Verlängerung seines Mandats 2002 erfolgte nach einer Schlammschlacht, die den Weltverband vor eine Zerreißprobe gestellt hatte. Trotz heftiger Anfeindungen - vor allem aus Europa - triumphierte Blatter am Ende über seinen Herausforderer Issa Hayatou aus Kamerun.

Missmanagement hatten die Gegner Blatter damals unter anderem vorgeworfen, er führe die Fifa in den finanziellen Ruin. Stattdessen legt er eine Rekordbilanz nach der anderen vor, erzielt aus der WM 2006 1,6 Mrd. Euro und ist sich ganz sicher: "Schon jetzt ist klar, Südafrika wird einen höheren wirtschaftlichen Wert bringen als Deutschland." Allein bei den Fernsehverträgen, die für die WM 2006 1,1 Mrd. Euro einbringen, soll es eine Steigerung von "mindestens 20 Prozent" geben. Und das von Blatter neu geordnete Sponsoring wird zwischen 2007 und 2014 allein von sechs Groß-Partnern etwa 1,8 Mrd. Dollar (1,38 Mrd. Euro) in die Fifa-Kassen spülen. Abgeschlossen haben bereits Adidas, Sony und Hyundai.

Am 29. Juni wird Blatters Exekutivkomitee in Frankfurt darüber entscheiden, wohin die TV-Rechte für die WM 2010 gehen. Nach der Ausschreibung im November hat die Fifa laut Blatter 21 Angebote bekommen. Zur WM 2006 gingen die Weltrechte an die Kirch-Gruppe, und danach, als das Unternehmen insolvent wurde, an Infront aus der Schweiz. Diese Abhängigkeit von einem Verkäufer, die die Fifa vorübergehend in Turbulenzen gebracht hatte, will Blatter künftig ausschließen. Für die Europa-Rechte komme die EBU in Frage, aber auch ein Zwischenhändler sei denkbar.

Voller Wohlgefallen sieht Blatter auf das deutsche WM- Organisationskomitee und seine "hervorragende Arbeit". Befürchtet er 2006 ein Sicherheitsproblem? "Was sich jüngst in Italien abgespielt hat, das sind reine Organisationsfehler. Ich bin fest davon überzeugt, das wird es in Deutschland nicht geben". Er habe "volles Vertrauen zu Schily" und "einen ganz engen Draht" zum Innenminister. Blatter hat auch "volles Vertrauen zu der charismatischen Persönlichkeit Beckenbauer". Sollten noch Probleme auftauchen, "steht er da - und die Welt ist in Ordnung".

Trotz seiner hohen Wertschätzung vermeidet es Blatter, Stellung zu einer Kandidatur Franz Beckenbauers um die Präsidentschaft in der Europäischen Fußball-Union (Uefa) zu beziehen. Da der Franzose Michel Platini sich ebenfalls um die Nachfolge des Schweden Lennart Johansson bewirbt, "ist es ein Rennen, und da will ich mich nicht einmischen. Meine Beurteilung Beckenbauers habe ich ja schon gesagt". Blatter bis 2011 Fifa-Präsident, Beckenbauer bis zum selben Jahr Uefa-Chef - läge da die Überlegung nicht all zu fern, dass Beckenbauer ihm nachfolge? Blatter wendet seine Augen gen Himmel und sagt: "Das weiß nur der liebe Gott und der Kaiser von Deutschland."

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