Finanziellen Konsequenzen eines Abstiegs fallen kurzfristig kaum ins Gewicht
Deutsches Eishockey am Scheideweg

Nach der Blamage gegen den Eishockey-Zwerg Dänemark bangt der DEB um den Klassenerhalt. Ob das Desaster personelle Konsequenzen haben wird, lassen die Verantwortlichen noch offen - wohl auch deshalb, weil das einem Eingeständnis des eigenen Scheiterns gleich käme.

INNSBRUCK. Slowenien gegen Österreich. Von dieser Partie hängt heute das Schicksal der deutschen Eishockey-Nationalmannschaft ab. Gewinnen die Slowenen gegen den Gastgeber, dann schaffen sie den Klassenerhalt und die deutsche Mannschaft steigt erstmals seit 1998 in die B-Gruppe ab. Gleiches würde passieren, wenn Österreich Slowenien mit acht Toren Unterschied schlagen würde - ein eher theoretischer Gedanke. In diese prekäre Situation hat sich die DEB-Auswahl selbst gebracht. Trotz zweimaliger Führung (Tore: Hecht und Boos) verlor sie gegen Dänemark verdient mit 2:3. Ein Desaster, das Konsequenzen haben wird.

Die Kritik an Bundestrainer Greg Poss wird nur sechs Monate nachdem er die Nachfolge von Hans Zach antrat, orkanartig anschwellen. Nach der 15. Niederlage im 22. Länderspiel ist eine Fortsetzung der Amtszeit des 39 Jahre alten Amerikaners wohl eine "Mission Im-Poss-ible". Oder, wie es die Anhänger von Vorgänger Zach formulieren dürften: "Greg muss weg". Sportdirektor Franz Reindl betonte dagegen: "Zum heutigen Zeitpunkt stehe ich hundertprozentig zum Greg."

Sein Präsident Hans-Ulrich Esken schränkte unmittelbar nach der Blamage gegen den Eishockey-Zwerg ein: "Wir werden erst im Sommer eine Entscheidung treffen." Aber der konzept- und kopflose Auftritt der Mannschaft habe ihm "schon zu denken gegeben". Mit Poss wären allerdings auch der Präsident und seine Mitstreiter gescheitert. Denn die Führungsschwäche setzt sich bis hinein in die Verbandsspitze fort. Außer Sportdirektor Franz Reindl findet sich weit und breit kein Eishockey-Fachmann. Es fehlen die Konzepte im sportlichen Bereich ebenso wie in der öffentlichen Darstellung.

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