Fis-Mediziner: „Noch nie so hohe Werte, da muss etwas passiert sein“,: Keine Gnade für Sachenbacher-Stehle

Fis-Mediziner: „Noch nie so hohe Werte, da muss etwas passiert sein“,
Keine Gnade für Sachenbacher-Stehle

Die CAS bestätigte am Samstag die fünftägige Schutzsperre gegen Evi Sachenbacher-Stehle. Das die Langlauf-Athletin überhaupt noch bei Olympia an den Start gehen wird, bezweifelt Bundestrainer Jochen Behle.

HB TURIN. Staffel-Olympiasiegerin Evi Sachenbacher-Stehle ist beim goldenen Auftakt der Turin-Spiele die traurigste deutsche Athletin gewesen. Nachdem die Ad-hoc-Kammer des Internationalen Schiedsgerichtshofs (CAS) die Schutzsperre gegen die Ski-Langläuferin bestätigte, war sie am Sonntag beim 15-km-Jagdrennen wegen ihres unzulässig hohen Hämoglobin-Wertes nicht nur zum Zuschauen verdammt, sondern musste weiteren Ärger befürchten. "Was gibt es für Möglichkeiten, den Grenzwert runterzufahren? Das ist nicht ganz einfach", sagte Chef de Mission Klaus Steinbach.

Damit nährte er Bedenken, dass sich ihr erhöhter Hämoglobin-Wert (16,3) bis zum obligatorischen Bluttest durch den Ski-Weltverband FIS an diesem Montag nicht wieder unter die zulässige Marke (16,0 Gramm pro Deziliter) senken könnte. Einziges legales Mittel, um dies zu erreichen, ist eine umfangreiche Flüssigkeitsaufnahme.

Nicht besonders zuversichtlich ist Bundestrainer Jochen Behle, dass die Sportsoldatin schon Dienstag im Team-Sprint oder überhaupt noch in die Olympia-Loipe gehen kann. "Die Evi ist die Evi. Und sie ist immer noch in der Höhe", sagte er. Schließlich ist seit Jahren bekannt, dass ihr Blutwert genetisch bedingt höher ist als bei anderen. Anfang der Woche wird auch das Ergebnis einer Doping-Kontrolle erwartet, die Spekulationen über die Einnahme von verbotenen Mitteln beenden soll. "Alle ihre Proben waren bisher negativ, und dies wird wieder so sein", meinte Behle.

Auch die 25-Jährige Athletin aus Reit im Winkl betonte noch einmal ihre Unschuld: "Ich bin die letzte, die etwas Verbotenes macht. Ein Wahnsinn, dass ich dafür bestraft werde." Dagegen heizte der oberste Fis-Mediziner Bengt Saltin mit Mutmaßungen den Konflikt zwischen FIS und Deutschem Skiverband (DSV) an. "Sachenbacher-Stehle hatte noch nie so hohe Werte in ihrem Leben, da muss in der letzten Woche etwas passiert sein", erklärte der Schwede in einem ARD-Gespräch und brachte Behle auf die Palme: "Bengt will sich auf Kosten der Athleten profilieren und sonnt sich im Fernsehen."

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