FIS verteidigt Schutzsperre
Gegenwind im Fall Sachenbacher-Stehle

Der Ski-Weltverband FIS hat den Großangriff des deutschen Olympia-Teams auf die Schutzsperre pariert.

HB TURIN. "Auf lange Sicht ist die Schutzsperre gut für den Sport und die Athleten. Sie wissen doch, wie gefährlich EPO sein kann", sagte Bengt Saltin, Vorsitzender der Medizinische Kommission des Ski-Weltverbandes FIS, der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung". "Ich habe das Gefühl, dass die Deutschen mit dieser Haltung ziemlich allein stehen."

Die deutschen Olympia-Ärzte in Turin, Ernst Jakob und Ulrich Schneider, hatten im Zuge des Langlauf-Falles Evi Sachenbacher-Stehle Sinn und Zweck der Schutzsperre, die bei einem unerlaubten hohen Hämoglobin-Wert (16,0 Gramm pro Deziliter Blut bei Frauen/17,0 bei Männern) ausgesprochen wird, grundsätzlich in Frage gestellt. "Ich bin für Blutkontrollen, aber ein Wert von zum Beispiel 18,5 bei Männern ist nicht unbedingt eine Gesundheitsgefahr", meinte Jakob.

Ähnlich sieht es sein Kollege Schneider: "Die Schutzsperre wird doch unter dem Deckmäntelchen der Gesundheitsfürsorge ausgesprochen." Ob ein Mensch gesund sei, könne nicht durch einen Faktor bestimmt werden. Für die Athleten, die sich vier Jahre auf Olympische Winterspiele vorbereiten, sei die Startchance durch den Hämoglobin- Paragrafen und die fünftägige Sperre nicht mehr kalkulierbar. "Wenn der Sportler Pech hat, kann es ein Glücksspiel werden", kritisiert Schneider. Bereits am Eröffnungstag der Turin-Spiele wurden insgesamt zwölf Läufer mit dem kurzen Bann belegt.

Ein Vorbereitungs-Trainingslager, die Höhenlage oder nicht genug Flüssigkeitsaufnahme können zu einer Grenzwert-Überschreitung führen - allerdings auch auf die verbotene Einnahme von EPO (Erythropoetin) oder eine nicht zulässige Bluttransfusion hinweisen. Für Evi Sachenbacher-Stehle hat der DSV fast kollektiv jeden Verdacht auf Doping zurückgewiesen.

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