Fischer und Greis auf den spuren von Lance Armstrong: Geheimnis der Biathleten heißt Tour de France

Fischer und Greis auf den spuren von Lance Armstrong
Geheimnis der Biathleten heißt Tour de France

Das Trainingsgeheimnis von Sven Fischer und Michael Greis liegt fernab von gespurten Loipen. In den Sommermonaten heißen die Trainingsstrecken Col du Galibier oder Col de la Madelaine. Namen, die nicht zufällig wie Tour de France-Etappenorte klingen.

HB TURIN. Nach den eindrucksvollen Olympia-Siegen von Sven Fischer und Michael Greis ist das Geheimnis um die neue Laufstärke der deutschen Biathleten-Herren gelüftet: Es gibt kein Geheimnis. "Nein, da gibt es kein Geheimnis: Harte Arbeit, systematisches Training und Athleten, die sich gemeinsam schinden können und wollen", sagt Bundestrainer Frank Ullrich. An diesem Dienstag soll die neue Laufstärke des gesamten Teams im Staffel-Rennen die vierte Medaille im vierten Rennen bringen.

Die Kraft dazu haben die deutschen Männer auf den schweren Bergetappen der Tour de France getankt. In den vergangenen zwei Jahren quälten sie sich an bekannten Pässen wie dem Col du Galibier, dem Col de la Madeleine und dem Col de l'Iseran, wo Juli für Juli Lance Armstrong die Konkurrenz deklassierte, mit Skirollern die langen Anstiege hinauf oder feilten auf dem weit über 3 000 Höhenmeter reichenden Gletscher an ihrer Lauftechnik.

"Als vor zwei Jahren die Lauf-Rückstände speziell zu den Norwegern immer größer wurden, wir nur mit fehlerfreiem Schießen noch Chancen hatten und bei der Heim-WM in Oberhof einzig Ricco Groß in den Einzelrennen erfolgreich war, mussten wir die Schlagzahl erhöhen", erinnert sich Ullrich. Er stellte die Traininpläne um, schraubte die Intensität nach oben, suchte neue Reize.

Den Tipp zum Wechsel des Quartiers beim sommerlichen Höhentraining aus dem bulgarischen Belmeken ins französische Tignes hatte Ullrich von Torsten Thrän erhalten. Der heutige Skitechniker der Biathleten war in seiner aktiven Zeit mit der in Tignes wohnenden französischen Skijägerin Celine Drezet befreundet und schon damals von den dortigen Trainings-Möglichkeiten begeistert.

"Sicherlich muss man das ganze Training über die Jahre hinweg im Zusammenhang sehen. Doch Tignes hat uns schon einen entscheidenden Schritt vorwärts gebracht", erklärt Sven Fischer und lobte zugleich das gute Klima im Team: "Wir haben uns gemeinsam ein Ziel gesteckt und diesem vieles untergeordnet. Auch ich hatte manchmal eine Schwächephase am Berg und war froh, wenn mich die anderen mitgezogen haben oder herausforderten", berichtet er über den Aufenthalt in den Alpen-Ferienregion, der alles andere als ein Urlaub war.

"Wir haben verstärkt gegen Widerstände gearbeitet", umschreibt Alexander Wolf die gut zweiwöchige Schinderei im August. Er verweist auf die langen, steilen, mitunter nicht enden wollenden Anstiege. "Wenn ich zu Hause den Inselsberg hoch fahre, bin ich in einer Viertelstunde oben. Wenn ich in Oberhof auf Skirollern trainiere, dann geht es hoch und wieder runter. Aber wenn du zwei Stunden lang am Kleinen St. Bernard arbeitest, ob mit dem Rad, auf Skirollern oder zu Fuß, dann fällst du am Abend todmüde ins Bett."

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