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Fischer will Siegeszug in Zagreb fortsetzen

Trotz hochkarätiger Konkurrenz will Birgit Fischer bei der Kanu-WM in Zagreb ihren Siegeszug fortsetzen. "Es wird ganz schwer, den 28. Titel zu holen", sagte die 43-Jährige vor dem heute beginnenden Turnier.

Auch ohne "Goldschmied" Josef Capousek will Birgit Fischer bei der Rennsport-WM in Zagreb ihren Siegeszug fortsetzen und ihren 28. Titel für den Deutsche Kanu-Verband (DKV) holen. "Es wird ganz schwer, den 28. Titel zu holen", sagt die 43-Jährige Fischer. Dabei sieht sie im 1 000-m-Viererkajak bei dem am heutigen Donnerstag beginnenden Championat größere Chancen als im medienträchtigen Familienboot mit ihrer 18-jährigen Nichte Fanny Fischer: "Wenn die Einstellung stimmt, könnte es da klappen."

Die in dieser Saison durch viele gesundheitliche Probleme beeinträchtigte Fischer überraschte beim letzten internen Test mit der klaren Bestzeit und ist für ihre erste WM-Teilnahme seit 1999 gerüstet. "Ich werde 110 Prozent geben. Das Bein hält", gibt sich die 27-malige Weltmeisterin kämpferisch. Ihren letzten WM-Titel gewann sie 1998 im olympischen 500-m-Viererkajak. Trotz Fischers gewaltiger Steigerung in letzter Minute nach überstandener Sehnenscheidenentzündung im linken Bein wurde das Flaggschiff diesmal aber nicht mehr umbesetzt.

WM als "Nagelprobe" für neues Trainer-Team

Für Sportdirektor und Interims-Cheftrainer Jens Kahl ist der erste Saisonhöhepunkt ohne den nach China abgewanderten Capousek zugleich die "Nagelprobe für das neue Trainerteam". Nach der Rekord-EM vor vier Wochen mit zehn Titeln sieht er nun "sechs Goldmedaillen als anstrebenswerte Marke". Zwei Titel im Jahr 1999 sind der Negativrekord bei den zehn Weltmeisterschaften (insgesamt 50 Titel) seit der Wende. "Ein solches Ergebnis wollen wir natürlich vermeiden", so Kahl.

Der Druck ist freilich im neuen Olympia-Zyklus nicht nur für die Athleten riesig. Im September kommt schließlich das Thema "Chefcoach" auf die Tagesordnung. Der neue Boss, der die Kanuten auch zu den Olympischen Spielen 2008 nach Peking führen soll, kommt im Erfolgsfall wahrscheinlich aus der aktuellen Crew. Kahl gibt dann die seit Anfang des Jahres ausgeübte Doppelfunktion wieder ab.

Dittmer startet als "sicherer Titelkandidat"

Zu den "sicheren" Titelkandidaten gehören die Olympiasieger Andreas Dittmer und Christian Gille/Tomasz Wylenzek im Canadier sowie der Zweierkajak Ronald Rauhe/Tim Wieskötter. Auch der vom Leipziger Robert Nuck angeführte Vierer-Canadier und die Damen-Vierer auf den beiden langen Strecken haben gute Chancen. Für eine Überraschung könnte die 19 Jahre alte Europameisterin Nicole Reinhardt im 500-m-Einerkajak sorgen.

"Die anderen Nationen haben aber sicher hart gearbeitet, so eine Niederlage wie bei der EM in Posen wollen sie sich bestimmt nicht einfach gefallen lassen", warnt DKV-Präsident Olaf Heukrodt. Kahl ist allerdings gelassen: "Wunder können in diesen vier Wochen nicht mehr passieren. Und bei uns läuft es gut." Kurzfristig wurde entschieden, dass Reservist Peter Hörnig (Potsdam) im 200-m-Canadier anstelle von Dittmer antreten darf.

Größere Gesundheitsprobleme gibt es im so 29-köpfigen Aufgebot nicht, lediglich Fanny Fischer schlägt sich vor ihrer WM-Premiere im Sprint-Zweierkajak mit ein paar Rückenproblemen herum. "Sie ist deswegen natürlich ein wenig vorsichtig gewesen. Aber lassen wir die WM kommen, über den Winter muss sie den Rücken dann pflegen", meint Tante Birgit. Die deutsche Rekord-Olympiasiegerin hatte bei der EM Vierer-Silber und Bronze mit ihrer Nichte geholt.

© SID

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