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Florettherren gewinnen gegen China Bronze

Die deutschen Florettfechter haben bei der WM in Leipzig die Bronzemedaille geholt. Im "kleinen Finale" besiegte das deutsche Team China mit 45:40. Die Säbeldamen mussten ihre Edelmetall-Hoffnungen dagegen begraben.

Zum ersten Mal seit acht Jahren sind die deutschen Fechter bei einer Weltmeisterschaft ohne Titelgewinn geblieben. Immerhin erkämpften die Florettherren in Leipzig dank einer starken Aufholjagd des früheren Weltmeisters Peter Joppich noch Bronze. Damit wurde die negative Bilanz des Deutschen Fechter-Bundes (Dfeb) allerdings nur geringfügig aufpoliert. Zuletzt holten die deutschen Fechter 1997 in Kapstadt bei der WM kein Gold.

"Natürlich ist es schade, dass wir die erhoffte Goldmedaille bei der WM im eigenen Land nicht holen konnten. Man muss fragen, ob das in Deutschland ausgeklügelte Fördersystem vielleicht zu ausgeklügelt ist. Die berühmte Watte", bilanzierte Dfeb-Präsident im Gespräch mit dem Sport-Informations-Dienst (sid).

Gold ging derweil an Frankreichs Florettherren. Die Mannschaft mit Einzel-Olympiasieger Brice Guyart, Nicolas Beaudan, Erwan Le Pechoux und Victor Sintes gewann gegen Titelverteidiger Italien mit 45:32 und holte damit das insgesamt vierte Gold für Frankreich.

Sieg im "kleinen Finale" gegen China

Von den deutschen Florettherren, die bei der WM 2002 in Lissabon noch Gold gewonnen hatten, war von Seiten des Verbandes insbesondere im Teamwettbewerb einiges mehr als der dritte Platz erwartet worden. Doch die Mannschaft mit Joppich (Koblenz), Benjamin Kleibrink (Bonn), Dominik Behr (Tauberbischofsheim) und Ralf Bißdorf (Heidenheim) scheiterte im Halbfinale an Olympiasieger Italien deutlich mit 36:45 und gewann zum Schluss nur dank Joppich, der einen 35:40-Rückstand noch in einen 45:40-Erfolg drehte, das "kleine Finale" gegen China.

Insbesondere Bißdorf musste für sein emotionsloses Auftreten im Einzel und mit der Mannschaft Kritik einstecken. "Das selbst ernannte Flaggschiff ist auf Grund gelaufen", meinte Dfeb-Sportdirektor Claus Janka. Bißdorf, Zweiter der Olympischen Spiele in Sydney, hatte sich nach der Einzelkonkurrenz und der blamablen Zweitrunden-Pleite gegen den international unbekannten Chinesen Sheng Lei zudem mit dem neuen Bundestrainer Uli Schreck angelegt und die WM-Vorbereitung massiv in Frage gestellt. "Ich habe eine andere Fechtphilosophie. Ich brauche die Einzellektionen bei meinem Heimtrainer Thomas Zimmermann", meinte Bißdorf, der im Nationalteam nach seiner frühen Auswechslung im Teamwettbewerb wohl kaum mehr eine Zukunft hat.

Nach insgesamt zwölf Entscheidungen langte es für den Dfeb damit gerade einmal zu zwei Silber- und zwei Bronzemedaillen, Präsident Rapp hatte vor WM-Beginn sechs Medaillen und von "zwei, drei Titeln" geträumt." Erklären konnte Rapp den Einbruch seiner Athleten beim Heimspiel in Leipzig nicht: "Wir haben unsere Chancen im Einzel nicht genutzt. Mit einem WM-Titel hätten sich die Sportler besser vermarkten können", sagte Rapp.

Auch Säbeldamen erfüllten die Erwartungen nicht

Zum Abschluss am Samstag blieben auch die Säbeldamen weit hinter den Erwartungen zurück. Stefanie Kubissa (Dormagen), Sibylle Klemm, Sandra Benad (beide Eislingen) in ihrem letzten Gefecht und Susanne König (Tauberbischofsheim) unterlagen zum Auftakt Rumänien 41:45 und mussten ihre Medaillen-Hoffnungen frühzeitig begraben.

"Ärgerlich, dass wir in der ersten Runde ausgeschieden sind. Unser Ziel war, unter die ersten Acht zu kommen, aber wenn man gleich mit zehn Treffern zurückliegt, dann ist das natürlich nur schwer umzubiegen. Dabei habe ich im Training genau darauf hingewiesen, dass es wichtig ist, von Anfang an hellwach zu sein", meinte Säbel-Bundestrainer Eero Lehmann.

© SID

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