Formel 1 blamiert sich: Michelin-Teams in der Box
Indianapolis: Schumacher gewinnt gegen Hand voll Gegner

Wegen Reifenproblemen hatten 14 von 20 Formel-1-Piloten es abgelehnt, am Sonntag in Indianapolis zu starten. Die magere Konkurrenz berscherte Michael Schumacher den ersten Saisonerfolg.

HB INDIANAPOLIS. Der 84. Grand-Prix-Sieg des 36 Jahre alten Rekordweltmeisters vor seinem Teamkollegen Rubens Barrichello beim Großen Preis der USA war eine Farce. Denn außer dem Ferrari-Duo hatten nur die hoffnungslos unterlegenen Tiago Monteiro (Portugal) und Narain Karthikeyan (Indien) im Jordan sowie Christijan Albers (Niederlande) und Patrick Friesacher (Österreich) im Minardi das Rennen aufgenommen. Monteiro und Karthikeyan landeten am Ende auf den Plätzen drei und vier.

Die anderen 14 Piloten inklusive des WM-Ersten Fernando Alonso verweigerten aus Sicherheitsgründen den Dienst und fuhren nach der Aufwärmrunde an die Box. Grund waren Probleme mit den Michelin-Reifen. Ferrari, Jordan und Minardi fuhren auf den Pneus von Bridgestone. Damit hatte das durch Michelin ausgelöste Chaos den Höhepunkt erreicht und die Riesenblamage für die Königsklasse des Motorsports in Amerika perfekt gemacht.

"Wir wussten nicht ganz genau, was sie machen. Wir haben uns nur auf unser Team konzentriert", sagte Michael Schumacher, der zuvor bei der von Buhrufen und Pfiffen begleiteten Siegerehrung auf die übliche Champagnerdusche verzichtete. Der Kerpener gestand: "Es war ein seltsamer Grand Prix." Red-Bull-Sportdirektor Helmut Marko befürchtete indes: "Es ist nicht auszuschließen, dass das Ende der Formel 1 in den USA bedeutet."

Toyota-Pilot Jarno Trulli, der von der Pole Position hätte starten sollen, meinte enttäuscht: "Es ist eine Schande. Heute hat die Formel 1 und der Sport allgemein Schaden genommen." Die 150 000 Zuschauer quittierten die Vorstellung mit Pfiffen und verließen in Scharen den Motor Speedway.

Michael Schumacher und Barrichello versuchten eine Zeit lang dennoch eine gute Show zu liefern. 22 Runden vor Schluss wäre es beinahe zu einer Kollision gekommen, als Schumacher aus der Box kam. Barrichello gab aber nach und ließ dem Ferrari-Chefpiloten den Vortritt. Als nach 73 Runden und 306,016 Kilometern der Kerpener in 1:29:43,181 Stunden die Ziellinie überquerte, hatten die meisten anderen Teams ihre Zelte längst abgebrochen. In der Fahrerwertung verbesserte sich Schumacher mit 34 Punkten auf Platz drei und hat mit nur noch 25 Zähler Rückstand auf den WM-Führenden wieder eine WM- Chance.

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