Formel-1-Rennstall soll in einem ersten Schritt Motoren aus Bayern beziehen
BMW prüft Kauf eines eigenen Rennstalls

Der Vorstand des Autoherstellers BMW beschäftigt sich nach Brancheninformationen in dieser Woche mit einem Ausbau seines Formel 1-Engagements. Dabei will er auch über einen Kauf des Schweizer Rennstalls Sauber-Petronas diskutieren, wie das Handelsblatt aus Formel-1-Kreisen erfuhr.

dih/hof/hz LONDON. Verhandlungen über Motorenlieferungen an das Team hat BMW bereits bestätigt. Eine mögliche Übernahme wollte ein Sprecher nicht kommentieren. Bisher arbeitet BMW in der Formel 1 ausschließlich mit Williams zusammen. Doch weil es in fünf Jahren nur wenige vorzeigbare Erfolge gab, wollen die Verantwortlichen des Autokonzerns mehr Entscheidungsgewalt.

Eine Möglichkeit dafür wäre, sich mit Sauber-Petronas ein eigenes Team zu kaufen. Das würde BMW nach Schätzungen von Formel-1-Insidern mindestens 150 Mill. Euro kosten. In das BMW-Williams-Rennteam, das wie Sauber-Petronas rund 300 Mitarbeiter zählt, steckt der Konzern nach Angaben aus den Branchenkreisen 200 Mill. Euro im Jahr. Darin sind die Kosten für die Entwicklung des Motors selbst nicht enthalten. Rechnet man noch Anlaufinvestitionen in das neue Team hinzu, könnte das Formel-1-Engagement BMW damit leicht eine halbe Milliarde Euro kosten. Credit Suisse hält rund zwei Drittel der Anteile an Sauber-Petronas, die Mehrheit der Stimmrechte liegt jedoch bei Teamchef Peter Sauber. Die Bank wollte sich zu Verkaufsabsichten nicht äußern. Ein Sprecher von Sauber-Petronas sagte, das Team spreche mit BMW über eine Motorenlieferung, um die Kosten zu senken. Weitergehende Verhandlungen seien reine Spekulation. Auch bei Williams hieß es: kein Kommentar.

Bei BMW-Williams blieb bislang der große Erfolg aus, auch wenn die Boliden am vergangenen Wochenende in Monaco gleich die Plätze zwei und drei hinter Mercedes-McLaren belegten. "Wir sind nicht zufrieden mit sechsten und siebten Plätzen, und wir diskutieren intensiv, wie man es besser machen kann. Aber die Formel 1 und BMW gehören zusammen", hatte Vorstandschef Helmut Panke Berichte über einen Rückzug aus dem Rennzirkus zurückgewiesen.

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