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Formel 1 sucht US-Rennfahrer

Sie ist noch nie in einem Formel-1-Auto gefahren und hat in Indianapolis trotzdem allen die Show gestohlen. Danica Patrick sorgte beim Großen Preis der USA für viel Wirbel im Fahrerlager.

dpa INDIANAPOLIS. Sie ist noch nie in einem Formel-1-Auto gefahren und hat in Indianapolis trotzdem allen die Show gestohlen. Danica Patrick sorgte beim Großen Preis der USA für viel Wirbel im Fahrerlager.

Seit die hübsche Rennfahrerin bei den legendären 500 Meilen von Indianapolis auf Platz vier raste, wird sie in Nordamerika umschwärmt und von der Formel 1 umworben. "Für den amerikanischen Markt wäre es gut, denn den hat die Formel 1 noch nicht ganz erschlossen. Das wäre in dieser Hinsicht ein ganz großer Schritt", sagte Rekordweltmeister Michael Schumacher.

"Wenn ich in die Formel 1 gehe, dann nur zu einem Team, mit dem man Rennen gewinnen kann. Alles andere wäre ein Rückschritt für mich", sagte Danica Patrick und machte ihre Ambitionen deutlich. "Glücklich bin ich nur, wenn ich gewinnen kann."

Während die Formel-1-Proberunden auf dem Indianapolis Motorspeedway für Danica Patrick aus "Termingründen" ausfielen, steuerte ihr Landsmann Scott Speed einen Red Bull im Training. Erstmals seit zwölf Jahren war damit ein Amerikaner Bestandteil eines Formel-1-Wochenendes. Mit den Rängen 15 und acht zeigte er, dass er einen Formel-1-Wagen durchaus fahren kann.

Der 22 Jahre alte Scott und die 23 Jahre alte Patrick haben Fahrstunden im Ausland genommen. Drei Jahre lebte Patrick in Großbritannien: "Ich bin nach England gegangen, um dort Rennen zu fahren. Damals war ich total von der Formel 1 begeistert. Ich habe alles gewusst. Aber auch zu Hause bin ich nicht unglücklich."

Ein Rennen freilich hat sie auch in der Indy-Racing-Serie noch nicht gewonnen. Das hatte Sarah Fisher geschafft, die vor drei Jahren Proberunden im Silberpfeil drehen durfte und ebenfalls als aussichtsreiche Formel-1-Kandidatin gehandelt wurde. Mittlerweile spricht in Europa keiner mehr von ihr.

Als Kind hat Danica Patrick viele Sportarten ausprobiert. Sie hat Basketball gespielt, war Cheerleader und hat, erzählte sie stolz, "auch mit Barbies gespielt". Mit zehn Jahren saß sie erstmals in einem Kart. Auch Speed begann in diesem Alter mit dem Kartsport. Auch er versuchte sich als Kind in allen möglichen Sportarten. Doch nur im Rennsport war er richtig gut. "Und deshalb", sagte er, "blieb ich dabei."

Schon mit 19 Jahren zog es Speed nach Österreich. In der Fremde wurde er sehr krank, die Karriere hing am seidenen Faden. Er verlor bald zehn Kilogramm an Gewicht, doch mittlerweile ist er wieder voll bei Kräften. Der Mann mit dem für den Rennsport idealen Namen ist Teil des US-Nachwuchsprogramms des österreichischen Red-Bull-Teams. Formel-1-Renault-Sieger Speed fährt normalerweise in der GP2-Serie.

Der letzte Amerikaner in der Formel 1 war Michael Andretti, der Sohn des Ex-Weltmeisters Mario Andretti, der seinen Titel 1978 holte. Schon lange nicht mehr ist die Formel 1 ein Straßenfeger in den Staaten. Um die Amerikaner für die rund um den Globus agierende Rennserie zu begeistern, findet seit dem Jahr 2000 in Indianapolis der Große Preis statt. Die US-Fans sind weiter skeptisch, denn es fehlt die Identifikationsfigur. Ein Scott Speed oder eine Danica Patrick kämen da gerade recht.

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