Formel 1: Toyota hat einen kölschen Prunkwagen gebaut

Formel 1
Toyota hat einen kölschen Prunkwagen gebaut

Das Abenteuer Formel 1 beginnt zwischen Möbeldiscountern, Autohändlern und Herstellern von Treppenliften. Im Gewerbegebiet von Köln-Marsdorf erinnert nichts an den Promi-Zirkus an der Rennstrecke, an Reifenqualm, heulende Motoren, Boxenluder. Und doch ist hier im Westen Kölns ein Rennstall zu Hause. Nicht irgendeiner. Hier soll Rennsportgeschichte geschrieben werden.

HB KÖLN. Toyota Allee 7: Der hohe, silbrig glänzende Kamin auf dem grauen Gebäude fällt sofort ins Auge. Versteckt hinter der Blechfassade eines Zweckbaus arbeiten rund 600 Mitarbeiter der Toyota Motorsport GmbH für nur ein Ziel: ein Auto zu bauen, das das Zeug hat, Ferrari, Mercedes und BMW hinter sich zu lassen. Ernstfall ist am Sonntag im australischen Melbourne, dann startet die Formel-1-Saison.

"Es gibt keine Ausreden mehr", sagt der von Japan an den Rhein entsandte Chairman der Toyota Motorsport GmbH, Tsutomu Tomita. Auch Richard Cregan, General Manager des Formel-1-Teams, lässt keinen Zweifel daran, dass er verstanden hat, wie ernst es die Zentrale in Tokio meint. "Wir haben die Mittel, die richtigen Fachleute, die Technik und mit Ralf Schumacher und Jarno Trulli nun auch zwei Top-Fahrer. Jetzt werden von uns Ergebnisse gefordert."

Sollte es gelingen, wäre das für den Iren mit den grauen, zurückgekämmten Haaren die Krönung seiner Karriere. Als 23-Jähriger kam Cregan 1984 nach Köln, fing als Getriebemechaniker im jungen Rallyeteam von Toyota an. "Auch im Rallyesport waren die Anfangsjahre sehr schwierig", erinnert er sich. 1990 verbuchte das Team den ersten Weltmeistertitel. 1997 dann der Umstieg zum 24-Stunden-Rennen von Le Mans. Cregan wurde verantwortlich für das ganze Projekt, das Team schaffte schon 1999 den zweiten Platz - ein Erfolg, von dem Toyota in den bisher drei Formel-1-Saisons nur träumen kann. Und das macht die Bosse in Tokio ein wenig nervös.

Denn der im Kerngeschäft so erfolgsverwöhnte japanische Autobauer hat für die Formel 1 geklotzt. Mit dem Einstieg in die Königsklasse hat Toyota die Belegschaft in Köln von 300 Mitarbeitern auf über 600 verdoppelt - Arbeitsplätze, die an den Erfolg auf der Rennstrecke gekoppelt sind. Anders als Mercedes oder BMW, die sich an einem britischen Team beteiligten und nur den Motor beisteuern, baut Toyota das komplette Auto selbst. Mehr als eine Milliarde Euro hat das Engagement bisher gekostet, der Etat für diese Saison liegt bei weit mehr als 300 Millionen Euro.

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