Formel-1-Weltmeister
Schumacher bläst zur Aufholjagd

Nach dem schlechtesten Saisonstart seiner Karriere bläst Michael Schumacher zur Aufholjagd auf den souveränen Spitzenreiter Fernando Alonso. Beim Ferrari-Heimrennen in Imola will der weit abgeschlagene Formel-1-Weltmeister im Titelrennen die Wende einleiten.

dpa IMOLA. "24 Punkte klingen nach viel, aber sie sind mit Sicherheit nicht uneinholbar. Der Große Preis von San Marino war schon immer ein gutes Pflaster für uns", hofft Schumacher seine beeindruckende Imola-Bilanz fortschreiben zu können. Fünf seiner insgesamt sechs Siege im "Autodromo Enzo e Dino Ferrari" feierte er seit 1999, davon die letzten drei in Serie.

Alonso schreckt dies wenig. Der Spanier strotzt nach seinen beiden Siegen und dem großen Vorsprung auf den einst übermächtigen Schumacher vor Selbstvertrauen. Er glaubt daran, auch in der "Höhle des Löwen" seinen Aufwärtstrend fortsetzen zu können. "Ein Traum ist wahr geworden", jubelte der neue Grand-Prix-Star. "Renault hat bisher alle Saisonrennen durch Giancarlo Fisichella und mich gewonnen und ich habe schon 26 Punkte geholt." Der R25 sei bislang auf allen Strecken konkurrenzfähig gewesen. "Ich erwarte das auch in Imola", sagte Alonso selbstbewusst.

Schumacher steht nach den zwei "Nullern" von Australien (Unfall mit Nick Heidfeld) und Bahrain (Hydraulikdefekt) sowie dem bescheidenen siebten Platz in Malaysia so gewaltig unter Druck wie seit Jahren nicht mehr. Kann er beim Europa-Auftakt keinen Boden auf Alonso gut machen, rückt der achte WM-Titel in weite Ferne.

Zumindest beim Fußball hat Schumacher seinen Rivalen Alonso in die Schranken gewiesen. Der deutsche Hobby-Kicker steuerte zum 9:8-Sieg der Piloten-Auswahl im Benefizspiel gegen ein italienisches Team junger Casting-Sternchen in San Marino zwei Tore bei, während sein spanischer Mitspieler nur ein Mal traf.

Schumachers Zuversicht ist nach den erfolgreichen Testfahrten gestiegen. Ferrari scheint die Probleme mit den Reifen und dem Getriebe sowie weitere Kinderkrankheiten am neuen F2005 in den Griff bekommen zu haben. Zudem hat einer seiner Ferrari-Vorgänger vorgemacht, dass auch nach einer noch längeren sieglosen Phase der WM-Triumph möglich ist: Niki Lauda holte 1975 den Titel, obwohl er erst beim 5. von damals 14 Rennen erstmals gewann. Schumacher hat noch 16 Läufe Zeit, um die alten Machtverhältnisse wieder herzustellen.

Beim Großen Preis von San Marino will Schumacher den ersten Schritt dazu tun. "Ich denke, wir haben gute Karten", sagte er. Bruder Ralf glaubt sogar, "dass Ferrari in Imola gewinnen wird." Mercedes-Motorsportdirektor Norbert Haug sieht es ähnlich: "Ferrari wird in Imola hundertprozentig um den Sieg fahren." Seinem eigenen Mclaren-Mercedes-Team traut Haug wegen der speziellen Streckencharakteristik des 4,933 km langen Kurses dagegen weniger zu: "Unsere Aussichten dort dürften nicht so toll werden."

Ralf Schumacher ist auch in eigener Sache optimistisch. "In Imola habe ich 2001 meinen ersten Grand-Prix-Sieg gefeiert und seitdem habe ich dort immer gepunktet", verwies der Toyota-Pilot auf sein erfreuliches Abschneiden in der Emilia Romagna. Er räumt dem in Köln ansässigen japanischen Team sogar Chancen auf die Konstrukteurs-WM ein. BMW-Williams-Mann Heidfeld (Mönchengladbach) hat "ein gutes Gefühl".

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