Frankfurt nur in Anfangsphase ebenbürtig
Turbine Potsdam verteidigt DFB-Pokal

Die Fußballerinnen von Turbine Potsdam haben sich eine Woche nach dem Gewinn des Uefa-Cups auch den DFB-Pokal gesichert. Der 1. FFC Frankfurt blieb wie im Vorjahr ohne Torerfolg.

HB BERLIN. Der 1. FFC Turbine Potsdam hat den Titel des DFB-Pokalsiegers vor den Augen von Bundespräsident Horst Köhler und DFB-Chef Theo Zwanziger erfolgreich verteidigt. Nur sieben Tage nach dem Gewinn des Uefa-Cups setzten sich die Fußballerinnen von Trainer Bernd Schröder im Berliner Olympiastadion mit 3:0 (2:0) gegen den deutschen Frauen-Meister 1. FFC Frankfurt durch. Vor gut 30.000 Zuschauern bei hochsommerlichen Temperaturen erzielten Conny Pohlers (23.), Petra Wimbersky (34.) und Anja Mittag (80.) die Tore für die Brandenburgerinnen, die schon das Vorjahresfinale gegen die Frankfurterinnen mit exakt dem gleichen Ergebnis für sich entschieden hatten.

Zwanzig Minuten lang lief das Endspiel zwischen den beiden Topmannschaften der Frauen-Bundesliga ausgeglichen. Es standen insgesamt 13 Spielerinnen auf dem Platz, die Bundestrainerin Tina Theune-Meyer für die Europameisterschaft im Juni in England nominiert hat. Die Potsdamerin Anja Mittag, eine von drei Turbine-Stürmerinnen, hatte in der neunten und 18. Spielminute je eine gute Torchance. Auf Seiten der Frankfurterinnen, die mit zwei Spitzen aufgelaufen waren, konnten Renate Lingor (15.) und Birgit Prinz nicht abschließen (17.).

Nach dem 1:0 von Bundesliga-Torschützenkönigin Conny Pohlers (23.) drehte sich die Partie zugunsten von Turbine. Navia Omilade hatte den Ball von rechts in die Spitze gespielt und Pohlers ihn genau in den Winkel gedonnert. Die müde wirkenden Hessinnen hatten nun alle Mühe, den Gegner aus ihrem Strafraum heraus zu halten. Zumal Birgit Prinz nach 24 Minuten wegen einer Oberschenkel-Verletzung vom Platz musste. Die Golden-Goal-Torschützin beim WM-Sieg im Oktober 2003, Nia Künzer, lief nach ihrem vierten Kreuzbandriss erstmals wieder für den deutschen Meister auf, konnte sich auf der rechten Seite aber nur selten behaupten.

Alle Hände voll zu tun hatte auch Frankfurts Torfrau Marleen Wesselink. Zwei Mal hielt sie Pohlers Angriffen stand. Doch in der 34. Minute wurde sie von Petra Wimbersky, die einen Pass von Jennifer Zeitz zum 2:0 vollendete, überwunden. Pia Wunderlich hätte wenige Sekunden vor dem Abpfiff den Anschluss erzielen können, aber Torfrau Nadine Angerer lenkte den Ball über die Latte.

Kaum war die Partie wieder angepfiffen ließ Potsdam sich nicht lange bitten und hatte durch Viola Odebrecht die Chance zum dritten Tor. Turbine-Spielmacherin Ariane Hingst drosch den Ball wenige Augenblicke später ebenfalls übers Frankfurter Tor. Ein Angriff von Frankfurts Kerstin Garefrekes wurde von Angerer (58.) egalisiert, die Torfrau hielt auch in der Folgezeit vorbildlich. Bei den Frankfurterinnen konnte Stürmerstar Birgit Prinz dem Spiel nicht ihren Stempel aufdrücken.

Die Potsdamerinnen hatten 25 Minuten vor dem Spielende noch ein Ass im Ärmel. Die Brasilianerin Cristiane kam für Wimbersky ins Spiel und sorgte noch einmal für Wirbel im Frankfurter Strafraum. Der dritte Treffer ging von ihr aus und wurde zehn Minuten vor Spielende von Mittag mit einem strammen Schuss zum 3:0 vollendet.

Die Frankfurterinnen gaben sich endgültig geschlagen. Es war bezeichnend für das Spiel des deutschen Meisters, dass Pia Wunderlich (88.) selbst einen Strafstoß nicht im Tor unterbringen konnte. Turbine-Schlussfrau Nadine Angerer hatte keine Mühe, den schlecht geschlossenen Elfer zu parieren.

Turbine-Stürmerin Pohlers kostete den Erfolg ganz aus: «Dieser Sieg schmeckt besonders süß«, sagte sie in Anspielung auf die Sticheleien aus Hessen. Diese seien die beste Motivation gewesen. »Die Verhältnisse in Deutschland sind wieder zurechtgerückt.»

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