Frankreich-Rundfahrt
Tour-Sieger Floyd Landis positiv getestet

Der Gesamtsieger der Tour de France 2006, der US-Fahrer Floyd Landis, ist während der „Großen Schleife“ positiv auf Doping getestet worden. Sein Team Phonak machte öffentlich, dass bei Landis ein überhöhter Testosteron-Wert nachgewiesen wurde. Nun darf sich ein Deutscher Hoffnung machen, auf dem Treppchen Eins aufrücken zu dürfen.

HB ZÜRICH. Phonak teilte am Donnerstag mit, Landis Urinprobe nach seinem „Husarenritt“-Sieg auf der 17. Etappe habe einen ungewöhnlich hohen Testosteronwert aufgewiesen. Das Management von Phonak und der Fahrer seien völlig überrascht worden von diesem Ergebnis, hieß es in der Erklärung. Landis habe um die Untersuchung der B-Probe gebeten, um zu beweisen, dass das Ergebnis Folge eines natürlichen Prozesses oder eines Fehlers sei, erklärte Phonak. Landis sei bis auf weiteres suspendiert worden. Sollte die B-Probe das erste Testergebnis bestätigen, werde er entlassen.

Landis war nur einen Tag nach seinem schweren Einbruch in den Alpen am 20. Juli, bei dem er mehrere Minuten auf das Gelbe Trikot verlor, nach einer Solofahrt Erster geworden. Landis droht vonseiten des Radweltverbandes UCI die Aberkennung des Tour-Sieges und eine Sperre. Damit kann der Tour-Dritte, der T-Mobile-Fahrer Andreas Klöden, damit rechnen, auf Platz 2 vorzurücken.

Dass es bei der Tour 2006 einen Dopingfall gab, hatte die UCI bereits am Mittwoch öffentlich gemacht. Der Verband weigerte sich jedoch, die Identität des Sünders bekannt zu geben. „Wir werden jetzt kein Ergebnis an die Öffentlichkeit geben. Die Identität des Fahrers wird von uns bis zur endgültigen Auswertung der B-Probe geschützt. Unsere Regeln sind dementsprechend“, sagte UCI-Sprecher Enrico Carpani „Spiegel Online“.

Weil Landis vor der Mitteilung seines Teams kurzfristig drei Kriteriums-Rennen abgesagt hatte, stellten bereits die dänische Zeitung „Ekstra Bladet“ und das niederländische Blatt „De Telegraaf“ einen direkten Zusammenhang zwischen dem 30 Jahre alten Amerikaner und der positiven Dopingprobe her. Der Amerikaner hatte auf den Start beim Kriterium im niederländischen Chaam am Mittwoch und beim Grand Prix Jyske Bank in Dänemark am heutigen Donnerstag verzichtet. Auch den Auftritt bei den Cyclassics in Hamburg am Sonntag hatte der Kapitän des Phonak-Teams am Mittwoch abgesagt, nachdem er am Dienstag noch ein Kriterium in den Niederlanden gewonnen hatte.

Die französische Sportzeitung „L'Equipe“ zitierte John van den Akker, der Landis' Auftritt im niederländischen Chaam organisiert hatte, mit den Worten: „Wir sind sehr verärgert. Wir haben sehr viel Geld ausgegeben und wir erwarten jetzt eine Erklärung von ihm“. Es sei zu vermuten, dass „etwas Schlimmes geschehen“ sei. „Wir haben den ganzen (Mittwoch) Abend versucht, Floyd und seinen Manager John Lelangue zu erreichen, aber wir hatten kein Glück“, sagte van den Akker demnach. Laut niederländischen Medien habe Landis seinen Start auf Anraten seiner Ärzte abgesagt. Landis' Teamkollege Robert Hunter sprach im „De Telegraaf“ von Hüftproblemen seines Kapitäns, der nach der Saison auch an der Hüfte operiert werden soll.

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