sonstige Sportarten
Friedensfahrt vor dem endgültigen Aus

Nach dem Boykott der Spitzenfahrer bei den Friedensfahrt in Prag ist die Austragung des Radrennens auch für die kommenden Saison gefährdet. Offenbar fehlt selbst für eine kleinere Veranstaltung die finanzielle Grundlage.

Der tschechische Radsport liegt derzeit am Boden. Nach dem Desaster beim Radrennen in Prag ist auch das Comeback der Friedensfahrt im Jahr 2006 in weite Ferne gerückt. Die angereisten Weltklassefahrer wie der Tourdritte Jan Ullrich, Tour-Etappensieger Georg Hincapie (USA) oder der frühere Giro-Sieger Gilberto Simoni (Italien) hatten das Kriterium auf dem Wenzelsplatz am Mittwoch boykottiert, weil vom angeblichen Etat von 150 000 Euro kein Cent aufzutreiben war.

"Die Schecks waren fingiert", erklärte der peinlich berührte sportliche Leiter Thomas Franzl. Den 18 angereisten Teams konnten nicht einmal die Reisekosten ersetzt werden. So wartete der tschechische Staatspräsident Vaclav Klaus am Start vergeblich am Start auf die Topstars, das Fernsehen brach die Liveübertragung ab. "Schließlich ist das unser Beruf", begründete Ullrich den Boykott.

Tesar sieht Friedensfahrt-Zukunft skeptisch

Tschechiens Radstar Lubor Tesar sieht deshalb die Zukunft der Friedensfahrt skeptisch, die in diesem Jahr erstmals seit 1948 ausgefallenen war. "Die zuständige Agentur hat gerade in Prag vorgeführt, dass sie die finanzielle Grundlage selbst für ein kleines Radsportereignis nicht gewährleisten kann."

Die drei Radsport-Präsidenten von Tschechien, Polen und Deutschland hatten sich auf den Neustart der Friedensfahrt in der zweiten Maihälfte 2006 geeinigt. Der Radsport-Weltverband UCI hatte bereits sein Einverständnis signalisiert, nachdem der tschechische Verband nach dem Abschied des bisherigen Veranstalters Pavel Dolezal nunmehr alleiniger Lizenz-Inhaber ist. Der Leipziger Agentur von Friedensfahrt-Marketingdirektor Jörg Strenger war zuvor 2004 von Dolezal gekündigt worden.

Nach den Vorfällen von Prag, hat Strenger aber jetzt nun doch eine Einladung vom tschechischen Radsportverband erhalten. Die Hoffnungen für die Friedensfahrt ruhen nun auf dem Einsatz des in der Aquirierung von Sponsoren erfahrenen Sachsen.

© SID

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