Friesinger Top-Favoritin über 1000 Meter
Mit emotionalem Rückenwind

Die Beine sind noch schwer, doch Anni Friesinger geht beflügelt vom Team-Gold am Sonntag auf ihre "Schokoladenstrecke" über 1000 Meter.

HB TURIN. "Ich spüre die Rennen noch in den Beinen und in der Lunge, aber ich habe den emotionalen Rückenwind. Ich hoffe, dass ich die Probleme damit kompensieren kann", meinte die 29-jährige Inzellerin noch ganz unter dem Eindruck der emotionsgeladenen Siegerehrung auf der Medals Plaza am Freitagabend in Turin.

"Für mich ist sie die Favoritin. Das Gold hat ihr Flügel verliehen", meinte ihr Trainer Markus Eicher. Auf keiner Strecke dominierte die Eisschnelllauf-"Königin" in dieser Weltcup-Saison so deutlich wie auf der 1000-Meter-Distanz: Fünf Starts, fünf Siege. "Es wäre schön, wenn diese tolle Serie so weiter gehen würde", sagte Anni Friesinger. "Ich bin in der Form meines Lebens".

Am 19. November war die 1000-Meter-Weltmeisterin von 2003 und 2004 in Salt Lake City in 1:13,95 Minute nur haarscharf am Weltrekord von Chris Witty aus dem Olympia-Rennen in Salt Lake City (1:13,83) vorbeigeschrammt und hatte sich mit dem deutschen Rekord an die dritte Stelle der 1000-m-Rangliste geschoben.

Einige ihrer härtesten Konkurrentinnen konnten sich im Team-Rennen schonen. Chiara Simionato aus Italien musste gar nicht antreten, Jennifer Rodriguez (USA) nur ein Mal. Cindy Klassen verzichtete selbst auf den Final-Lauf, um Kräfte für die lange Sprint-Distanz zu sparen. "Vielleicht hat sie sich nicht so gut gefühlt. Und wenn das so wäre, würde ich es auch nicht nach außen tragen", meinte Anni Friesinger zu den Spekulationen um die Form der kanadischen Haupt- Konkurrentin. Bis zur Entscheidung wird sie sich mit Ergometertraining und Massagen fit halten.

Indes klagte Claudia Pechstein am Samstag weiter über heftige Lungen-Probleme und musste auf das Eis-Training im Oval Lingotto verzichten. "Es gibt noch keine Besserung. Sie hat große Probleme mit den oberen Luftwegen und muss ständig husten. Heute Morgen konnte sie kaum sprechen", berichtete ihr Trainer Joachim Franke. "Das ist ihre Entscheidung, und die ist richtig", fügte Teamarzt Volker Smasal hinzu. "Wir müssen sie auf der einen Seite schonen und auf der anderen mit allen zulässigen Medikamente versuchen, ihren Zustand wieder zu verbessern."

Die Entscheidung, ob die 33-jährige Berlinerin über 1500 Meter am Mittwoch starten kann, werde frühestens am Montag fallen, sagte der Coach. "Sie wird versuchen, am Sonntag wieder auf das Eis zu gehen, dann wissen wir mehr. In ihrem jetzigen Zustand wären die 1500 Meter kein Zubringer für die viel wichtigeren 5000 Meter, sondern könnten zum Verhängnis werden", meinte Franke.

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