Frust bei Kombinierern: Gewonnenes Silber, verlorenes Gold

Frust bei Kombinierern
Gewonnenes Silber, verlorenes Gold

Gestern jubelten sie gemeinsam über die gewonnene Silbermedaille, heute morgen stellte sich bei den deutschen Kombinierern der Frust ein: Die morgendliche Zeitungslektüre hielt für das Quartett nicht nur Schönes bereit.

HB TURIN. "Man muss sich ja fast schon schämen, wenn man Silber gewinnt. Ich verstehe die Kritik nicht. Wenn man in Deutschland nicht einmal mehr mit Platz zwei zufrieden ist, brauche ich das nicht weiter zu kommentieren", schimpfte Björn Kircheisen über das Medien-Echo aus der Heimat.

Auch Jens Gaiser verstand die zum Teil kritische Bewertung der Silbermedaille hinter Olympiasieger Österreich nicht. "Wir haben das Gold doch noch gar nicht gehabt, also konnten wir es auch nicht verlieren. Man wird schon sauer, wenn man liest, man habe es verpatzt", grantelte der deutsche Staffel-Schlussläufer. Immerhin räumte der Schwarzwälder ein, mit seiner Aufgabe überfordert gewesen zu sein. "Ich hatte schwer an dieser Last zu tragen", sagte Gaiser.

Bis 2.00 Uhr morgens saß das DSV-Quartett im deutschen Haus in Sestriere zusammen, doch die richtige Party-Stimmung wollte nicht aufkommen. "Ich war ziemlich kaputt, bei mir war nicht so viel los", berichtete Einzel-Olympiasieger Georg Hettich. Der verpassten Chance auf den ersten olympischen Mannschafts-Triumph seit 18 Jahren trauerte das Quartett jedoch nicht lange nach. "Wir haben die Taktik zusammen beschlossen und stehen immer noch zu dieser Entscheidung. Sie war richtig", verteidigte Hettich auch am Freitag die überraschende Staffel-Aufstellung mit dem schwächsten Läufer Gaiser am Schluss.

Mit diesem Schachzug hatten sich die Schützlinge von Bundestrainer Hermann Weinbuch selbst Matt gesetzt. "Wir haben spekuliert, dass Österreich und Finnland um Silber taktieren werden und wir dadurch einen so großen Vorsprung herauslaufen können, dass es reicht. Aber im Leben kommt es meistens anders als man es sich ausdenkt. Mit etwas Glück gewinnen wir das Ding", sagte Hettich.

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