sonstige Sportarten
Führungsturbulenzen beim Team Germany

Die achten Vorbereitungsregatten für den America´s Cup werden von Querelen um das Führungspersonal beim deutschen Segel-Syndikat United Internet Team Germany überschattet. Im Mittelpunkt steht Syndikats-Chef Uwe Sasse.

Das deutsche Segel-Syndikat United Internet Team Germany hat bei den achten Vorbereitungsregatten (Act 8) für den 32. America´s Cup 2007 in Valencia erneut eine schwere Personalkrise zu bewältigen. Nachdem die Querelen um die Beurlaubung von Sportvorstand Andreas John beim Act sechs im vergangenen Monat in Malmö ausgestanden schienen, treibt der Aufsichtsrat der Deutschen Challenger AG mit Hauptsponsor Ralph Dommermuth an der Spitze nun die Trennung von Syndikats-Chef Uwe Sasse voran. Nach einer Sitzung der Kontrolleure am Freitagabend soll der 43-Jährige, der gegen die Entscheidung bereits eine gerichtliche Verfügung beim Landgericht München erwirkt hat, seines Amtes enthoben werden.

Beide Seiten fühlen sich im Recht

Dabei beurteilen beide Seiten die juristische Lage als "eindeutig". "Hier wurde ein Putschversuch in letzter Minute gerichtlich gestoppt. Deutsche Gerichte tolerieren keine unrechtmäßigen und illegalen Maßnahmen mit dem Ziel, Gründer aus einem Unternehmen zu drängen", heißt es in einer Mitteilung des Sasse-Anwaltes Alexander von Bergwelt. Herr Sasse sei damit weiter Chef der Kampagne. Anderslautende angebliche Beschlüsse des Aufsichtsrats seien nichtig und unbeachtlich.

Unterdessen installierte das Kontrollgremium in Michael Scheeren bereits einen neuen Syndikats-Chef. Der Bankkaufmann gehörte bisher dem Aufsichtsrat der Kampagne an und ist auch Kontrolleur in Dommermuths Internet-Unternehmen (United Internet). Die Trennung von Sasse sei aus "wichtigem Grund" erfolgt, den United-Internet-Sprecher Marcus Schaps auf sid-Anfrage jedoch nicht näher erläutern wollte.

"Rechtlich ist die Sache ganz eindeutig. Herr Sasse ist am Freitag mit 5:0 Stimmen abgewählt worden. Dass, was Herr Sasse jetzt versucht, kann er versuchen, um die Dinge in der öffentlichen Wahrnehmung zu verzögern. Damit wird er aber nicht durchkommen", meinte Rechtsanwalt Schaps.

Ein absolutes Desaster

Sasse, der auch 45 Prozent der Gesellschaftsanteile an dem Syndikat hält und seinen Rückzug als Kampagnen-Chef ohnehin für Ende des Jahres angekündigt hatte, beurteilte die Lage anders: "Was der Hintergrund der Sache ist, weiß ich nicht. Herr Dommermuth schießt eine Atombombe los, die die gesamte Kampagne und mich als Person beschädigen. Ich verstehe das nicht." Er habe den Hauptsponsor in den vergangenen Tagen mehrfach schriftlich und mündlich gebeten, die Auseinandersetzung auf die Zeit nach den Acts in Trapani zu verschieben. Darauf sei jedoch nicht reagiert worden. Von seiner Abberufung habe er am späten Freitagabend über die Medien erfahren.

"Ich weiß nicht, was im Aufsichtsrat gelaufen ist. Der einzige Vertraute, den ich dort habe, ist Rainer Siggelkow. Dieser wurde über die Sitzung nicht informiert. Darüber kann man nur den Kopf schütteln", erklärte Sasse. Schaps meinte dazu: "Aus unserer Sicht war die Einberufung des Ausfsichtsrat rechtmäßig. Selbst wenn die Dinge so wären, wie Herr Sasse sagt, käme es darauf nicht an."

Wie es in der Führung des ersten deutschen Teilnehmers in der 154-jährigen der Veranstaltung nun weitergeht, scheint ungewiss. "Was jetzt passiert, ist ein absolutes Desaster", sagte Sasse, der befürchtet, dass potenzielle Geldgeber, die zuletzt Interesse an einem Engagement bekundet hatten, nun abspringen könnten: "Herr Dommermuth hat der Kampagne eine Giftpille beschert, für die mir die Worte fehlen."

© SID

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