Fünftes Double der Vereinsgeschichte
FC Bayern gewinnt DFB-Pokal

Der FC Bayern München hat nach der Meisterschaft auch den DFB-Pokal gewonnen. Der FC Schalke 04 stand wieder einmal mit leeren Händen da.

HB BERLIN. Der FC Bayern München hat zum fünften Mal in seiner Vereinsgeschichte das Double gewonnen. Wie Werder Bremen im vergangenen Jahr holten sich die Münchner nach dem frühzeitigen Gewinn der deutschen Meisterschaft am Samstagabend auch den DFB-Pokal durch einen 2:1 (1:1)-Erfolg über den FC Schalke 04. Die Tore im mit 74.349 Fans ausverkauften Berliner Olympiastadion erzielten Roy Makaay (43.) und der eingewechselte Hasan Salihamidzic (77.). Lincoln glich zwischenzeitlich per Foulelfmeter zum 1:1 aus. Für den FC Bayern war es im 14. Anlauf der zwölfte Pokalerfolg, für Bayern-Trainer Felix Magath hingegen eine Premiere.

Auf dem nach dem Deutschen Turnfest arg ramponierten und deshalb extra fürs Finale für 150.000 Euro neu verlegten Rasen entwickelte sich bei hochsommerlichen Temperaturen ein munteres, kampfbetontes Spiel von Beginn an, das allerdings auch von zahlreichen Nickeligkeiten geprägt war. Die Hoffnungen der Schalker, die auch auf Mittelfeldspieler Lewan Kobiaschwili (zuletzt Grippe) zurückgreifen konnten, den FC Bayern nach den beiden 1:0-Siegen in der Meisterschaft ein drittes Mal besiegen zu können, erfüllten sich am Ende nicht.

Der FC Bayern, in Bestbesetzung antretend, startete furios. Den Chancenreigen eröffnete Claudio Pizarro, der bereits in der 1. Minute nach einem Pass von Sturmpartner Roy Makaay aus aussichtsreicher Position übers Tor schoss. Nur drei Minuten später war es Michael Ballack, der an einem scharfen Zuspiel wiederum von Makaay am Ball vorbeigrätschte. Aufregung gab es, als Lincoln sich im gegnerischen Strafraum gekonnt durchsetzte, dann allerdings ohne Fremdeinwirkung fiel. Der wütende Oliver Kahn war sofort zur Stelle (14.). Schalke kam zu einer ersten Chance, als Martin Demichelis Lincoln foulte, der Gefoulte selbst aber den Freistoß übers Tor schoss (17.).

Tumultuartig wurde es in der 24. Minute. Ballack drosch aufs Schalker Tor und Sven Vermant nahm beim Abwehrversuch die Hand zur Hilfe, was Schiedsrichter Florian Meyer (Burgdorf) allerdings entging, Ballack aber nicht. Zornentbrannt lief er zum am Boden liegenden Vermant. Meyer hatte Mühe, das sich bildende Rudel wieder aufzulösen. Jedenfalls hätte es Elfmeter für den FC Bayern geben müssen.

Fünf Minuten später war es erneut Ballack, der nach einem Freistoß von Sagnol knapp links am Tor vorbeiköpfte (29.). Der FC Bayern hatte erneut Pech, als Lucio sich durchsetzte, auf Pizarro passte und der Peruaner den Ball über den machtlosen Rost lupfte (38.). Der Linienrichter hob die Fahne und Schiedsrichter Meyer pfiff Abseits. Eine Fehlentscheidung. Kurz danach scheiterte der brandgefährliche Ballack am gut reagierenden Rost (39.) .

Die - an den Chancen gemessen - verdiente Führung für die Münchner fiel in der 43. Minute. Ze Roberto traf nur den Pfosten und Makaay benötigte zwei Anläufe, um den Ball im Tor unterzubringen (43.). Der Jubel der Bayern währte allerdings nur kurz. Fast im Gegenzug fiel das 1:1. Nico Kovac hatte Asamoah im Strafraum geschubst, den fälligen Elfmeter verwandelte schließlich Lincoln sicher (45.).

Die zweite Halbzeit begann nicht ganz so spritzig wie Hälfte eins. Schalke-Coach Ralf Rangnick brachte Hamit Altintop für Niels Oude Kamphuis. Jubel und Gelächter gab es im Stadion, als die im neuen Rasen verlegten Wasserwerfer ansprangen. Ailton nutzte dies, um sich zu erfrischen. In der 70. Minute fiel der Brasilianer endlich auch einmal im Spiel auf. Bei seinem Schuss nach einem Konter war Oliver Kahn aber auf dem Posten. Kurz darauf wurde der Brasilianer ausgewechselt. Für ihn kam Mike Hanke (70.).

Auch Bayern Coach Felix Magath wechselte. Hasan Salihamidzic ersetzte Schweinsteiger. Magath bewies ein damit glückliches Händchen. Kurz darauf ließen die Schalker Makaay auf der linken Seite gewähren, dessen Pass verwertete ausgerechnet der gerade eingewechselte Bosnier zum 2:1 (76.) - allerdings aus Abseitsposition, die Schiedsrichter Florian Meyer übersah. «Der Trainer hat gesagt, ich soll ein wenig Theater machen und ein Tor schießen», so Salihamidzic. Die Schalker, nun im Zugzwang, versuchten noch einmal alles. Am Ende hieß der Pokalsieger 2005 aber: FC Bayern München.

«Die bessere Mannschaft gewonnen«, so Bayern-Manager Uli Hoeneß. »Am Ende hatten wir das Glück des Tüchtigen, denn in der ersten Halbzeit gab es schon seltsame Schiedsrichterentscheidungen.«

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