Funsport International
Kunstflieger Schrodt tritt zum Air-Race an

Im australischen Perth will Klaus Schrodt beim Finale der Air-Race-Weltmeisterschaft auftrumpfen. Mit 400 Stundenkilometern und bei immensen Fliehkräften wagt sich der Kunstflieger in den Hindernisparcours.

Ein langweiliges Leben hatte Klaus Schrodt beileibe nicht: Er überquerte alleine im Segelboot den Atlantik, lief Marathon und flog im Kongo unter Beschuss die letzten Europäer aus dem Land. Nun will er es auch im Finale der Air-Race-Weltmeisterschaft am Sonntag im australischen Perth noch einmal wissen. Mit 400 Stundenkilometern und bei Fliehkräften, die das Zwölffache des Körpergewichts betragen, geht er zusammen mit zehn Kollegen noch einmal in den Hindernisparcours.

Seit etwa einer Woche sind die Piloten schon im australischen Perth. "Es ist wunderschön hier", findet der aus dem hessischen Dieburg stammende Kunstflieger. Doch wenn er und die anderen über die Parklandschaft auf einem alten Flugplatz rasen, bleibt wenig Zeit, diese eines Blickes zu würdigen.

US-Amerikaner Chambliss in Führung

Vor allem der US-Amerikaner Kirby Chambliss hat etwas anderes vor Augen. Er führt mit einem komfortablen Fünf-Punkte-Vorsprung das Gesamtklassement an und will auch am Ende der Saison vorne landen. Nur noch der zweitplatzierte Ungar Peter Besenyei kann ihm den streitig machen - vorausgesetzt, er siegt und Chambliss kommt in Australien nicht über den sechsten Platz hinaus.

Schrodt rechnet sich wenig Chancen aus: "Ich hoffe zumindest, dass ich in die Punkte fliege." Auf dem sechsten Platz dümpelt er derzeit im Gesamtklassement. "Klar hätte ich gern öfter gewonnen. Aber mit meiner Maschine war nicht mehr drin."

Der zweifache Weltmeister im Freestyle-Kunstflug hat beim Air Race im wahrsten Sinne des Wortes einen schweren Stand. Seine Extra 300s wiegt etwa 40 Kilogramm mehr als das nächstleichtere Flugzeug im Teilnehmerfeld. Eigentlich hätte er schon nach fünf der neun Rennen in der World Series eine neue Maschine bekommen sollen. Die war allerdings als Kunstflugzeug konzipiert.

Geschwindigkeit zwischen den Aufgaben entscheidet

Beim Air Race werden schnellere Flugzeuge gebraucht, um zwischen den Hindernissen richtig Tempo zu machen. Zwar gilt es auch, Loopings und Figuren in der Luft zu vollführen, doch wichtiger ist die Geschwindigkeit zwischen den Aufgaben. Deswegen hat sich Schrodt kurzerhand entschlossen, ein weiteres Flugzeug zu entwickeln, das allerdings noch bis 2007 auf sich warten lässt.

"Im Moment ist es etwas unfair", meint Schrodt. Doch ähnlich der Formel 1 in ihren Anfangsjahren ist auch das Air Race noch in einer Selbstfindungsphase. "Durch Ansprüche an Gerechtigkeit und Sicherheit werden sich die Flugzeuge in den nächsten Jahren grundlegend ändern", prophezeit der Wahl-Berliner.

Zum Urlaub ins Outback

Die enttäuschende Saison will er nach dem Finale schnell vergessen, dafür geht er auch im Urlaub in die Luft. "Mit meiner Frau werde ich mir hier ein Flugzeug mieten, erst die Küste hochfliegen und dann durch das Outback zurück", erzählt Schrodt. Als Lufthansa-Pilot und begeisterter Hobbyflieger hat er insgesamt schon über 100 Flugzeugtypen geflogen und über 20 000 Flugstunden hinter sich gebracht.

Nach den Ferien gilt dann die volle Konzentration dem neuen Jahr. "Solange ich schnell bin, werde ich weitermachen", sagt der 60-Jährige. Zum Auftakt des Air Race 2007 am 30. März in Abu Dhabi will er möglichst vorne mitmischen. Und auch für die Zeit nach dem Fliegen hat er schon Pläne: "Ich wollte schon immer mal zu Fuß von Deutschland nach Spanien."

© SID

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