Fusion
Deutscher Olympischer Sportbund gegründet

Der deutsche Sport hat sich am Samstag unter einem Dach zusammengeschlossen. Bei der konstituierenden Sitzung in Frankfurt fusionierten der Deutsche Sportbund (DSB) und das Nationale Olympische Komitee (NOK) zum Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB).

HB FRANKFURT/MAIN. Zu ihrem ersten Präsidenten wählte die Mitgliederversammlung Thomas Bach. Dem 52 Jahre alten Wirtschaftsanwalt aus Tauberbischofsheim und Vizepräsidenten des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) wird am ehesten zugetraut, die Kräfte des deutschen Sports zu bündeln und nach außen hin zu vertreten.

„Er braucht keine Türöffner; er hat den Schlüssel selbst in der Hand“, sagte der Sprecher der Findungskommission von DSB und NOK, der Geschäftsführende Fußball-Präsident Theo Zwanziger.

„Dieses Votum ist ein Vertrauensvorschuss. Ich selbst möchte ein Präsident für alle Mitglieder sein“, sagte Bach. Er kündigte für Ende des Jahres eine Mitgliederversammlung an, in der es um die programmatische Ausrichtung des DOSB gehen wird.

Mit der Verschmelzung endete eine Nachkriegsära des deutschen Sports. Das NOK war 1949, der DSB 1950 gegründet worden. Da der DOSB auch als NOK wirkt, muss er noch vom IOC offiziell anerkannt werden. Nach der Fusion, die am 10. Dezember in Köln von DSB und NOK mit Dreiviertel-Mehrheiten beschlossen worden war, war für den Nachmittag in der Frankfurter Paulskirche ein Festakt mit Gastreden von Bundeskanzlerin Angela Merkel und IOC-Präsident Jacques Rogge angesetzt.

Bach erhielt in geheimer Abstimmung 372 Ja- und 51 Nein-Stimmen. Nur 249 Voten entfielen auf den Vizepräsidenten Leistungssport Eberhard Gienger, der 125 Nein-Stimmen bei 18 Enthaltungen hinnehmen musste. Der Ex-Weltmeister im Turnen und Bundestagsabgeordnete hatte im Vorfeld der Vereinigung Kritik durch unklare Aussagen zum Doping auf sich gezogen. „Ich habe einen Fehler gemacht und für den habe ich mit diesem Ergebnis gezahlt“, sagte Gienger. Sein schwaches Einzelergebnis ist auch als ein Denkzettel dafür zu werten, dass die Findungskommission nur je einen Kandidaten für die Ressortämter vorgeschlagen hatte. Kritiker bezeichneten das als undemokratisch.

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