Fußball WM: Fifa soll für geplatzte WM-Gala bezahlen

Fußball WM
Fifa soll für geplatzte WM-Gala bezahlen

Auf die Fifa kommen trotz der Absage der WM-Gala in Berlin weitere Kosten zu. Unter anderem soll der künstlerische Leiter Andre Heller dem Weltverband seine bisherigen Leistungen in Rechnung gestellt haben.

Nach der Absage der WM-Gala in Berlin kommen auf den Weltverband Fifa offenbar finanzielle Forderungen zu. Dabei geht es jedoch derzeit offenbar nicht um Schadenersatz für die involvierten Dienstleister, sondern lediglich um eine Vergütung für bisher erbrachte Leistungen. Sowohl der Geschäftsführer der Berliner Olympiastadion Gmbh, Peter von Löbbecke, als auch der künstlerische Leiter Andre Heller glauben nach der am vergangenen Freitag verfolgten Absage der für den 7. Juni geplanten Eröffnungsveranstaltung an eine gütliche Einigung mit dem Weltverband.

"Wir werden die Fifa nicht verklagen, das wäre völliger Quatsch", sagte von Löbbecke und stellte klar: "Wir werden ihr lediglich eine Rechnung für unsere bisher erbrachten Leistungen schreiben." Das sei ein völlig normaler Vorgang, auch wenn der Manager vom Weltverband noch keinerlei Reaktionen erhalten habe. "Die Fifa hält sich da noch bedeckt."

Eine Million als Entschädigung

Als erste Reaktion teilte die Fifa am Dienstagabend mit, sich mit einer Million Euro finanziell an dem für den 7. Juni von der Stadt Berlin vor dem Brandenburger Tor geplanten Eröffnungsfest beteiligen zu wollen. Das schrieb der Weltverband dem Regierenden Bürgermeister Klaus Wowereit. "Die Fifa hofft, mit dieser Geste ein Zeichen des Goodwills in und für Berlin gesetzt zu haben und freut sich darauf, mit der Stadt Berlin nun gemeinsam positiv das WM-Jahr zu bestreiten", heißt es in einer Pressemitteilung. Die WM-Gala sollte ursprünglich 25 Mill. Euro kosten.

Ähnlich wie der Stadionbetreiber äußerte sich unterdessen am Dienstag auch die Pressesprecherin von Heller, der die künstlerische Gestaltung der Gala übernommen hatte. "Wir werden definitiv keinen Schadenersatz bei der Fifa einklagen. Es gibt eine Auflösungsvereinbarung, wie mit den bisher entstandenden Kosten umgegangen wird", sagte Barbara Schmidt und betonte: "Wir haben nicht den geringsten Zweifel daran, dass die Fifa sich korrekt verhalten wird."

Hoffen auf Entgegenkommen der Fifa

Auch von Löbbecke hofft auf ein Entgegenkommen des Verbandes. Durch die frühzeitige Vermietung des Stadions an die Fifa könnten der Stadiongesellschaft zwar anderweitige Einnahmen entgangen sein, aber: "Eine Rechnung dafür steht im Augenblick nicht zur Diskussion, doch es wird ein Gespräch unter Partnern geben und da nehme ich schon an, dass die Fifa uns entgegenkommt."

Meldungen, wonach sich die möglichen Forderungen insgesamt auf nahezu die Hälfte des ursprünglich vereinbarten Etats von 25 Mill. Euro belaufen sollen, wollten beide Partein nicht bestätigen, ohne allerdings ihrerseits konkrete Zahlen zu nennen.

Die Fifa hatte am Freitag die offizielle Eröffnungsfeier mit rund 7 000 Darstellern im Berliner Olympiastadion mit der Begründung abgesagt, dass die Rasenfläche der Arena wenige Tage vor dem Auftakt der Weltmeisterschaft (9. Juni bis 9. Juli) zu sehr beschädigt würde. Das erste von insgesamt sechs WM-Spielen in Berlin ist am 13. Juni (21.) das Duell zwischen WM-Titelverteidiger Brasilien und Kroatien. Am 9. Juli (20.00) wird das Olympiastadion in der deutschen Hauptstadt Austragungsort des Endspiels sein.

Dass finanzielle Gründe die Fifa-Entscheidung mitbeeinflusst hätten, wurde von Seiten des Weltverbandes ebenso bestritten wie Gerüchte, das Konzept Hellers sei letztendlich abgelehnt worden. Allerdings hatte es bereits bei einer Präsentation der WM-Gala Ende November vergangenen Jahres heftige Kritik an der Preisgestaltung für das Event gegeben. Die Eintrittskarten für die Gala sollten zwischen 100 und 750 Euro kosten. Der Ticketvorverkauf soll dementsprechend sehr schleppend angelaufen sein.

© SID

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