Galopprennsport: Scheichs satteln bei deutschen Galoppern auf

Galopprennsport
Scheichs satteln bei deutschen Galoppern auf

Hoffnungsschimmer für den deutschen Galopprennsport: Katar könnte neuer Hauptsponsor des Hamburger Renn-Clubs werden. Im vergangenen Oktober war der bisherige Sponsor BMW ausgestiegen. Ende Januar beginnen die Verhandlungen.

HB KÖLN. Hoffnungsschimmer für den deutschen Galopprennsport: Das Scheichtum Katar soll als Hauptsponsor beim Deutschen Derby in Hamburg-Horn und beim Großen Preis von Baden-Baden einsteigen. Das kündigte der französische Turf-Agent Jean-Pierre Deroubaix laut Nachrichten-Portal "Turf-Times" an. Deroubaix gilt als Vertrauter von Scheich Mohamed bin Faleh al-Thani.

Im vergangenen Oktober hatte der bisherige Hamburg-Sponsor BMW seinen Ausstieg bekannt gegeben. Um den geplanten Etat von 4,2 Mio. Euro wieder zu erreichen, ist der Hamburger Renn-Club auf einen neuen Geldgeber angewiesen. Ende Januar soll eine Delegation in Katar die Verhandlungen aufnehmen.

Der deutsche Galoppsport hofft nach der Ankündigung des Scheichtums auf eine Signalwirkung. "Einem solchen Sponsoring könnten weitere Engagements folgen", sagt Peter Brauer, Sprecher des Galopper-Dachverbands DVR in Köln.

Seit Jahren gehen die Einkünfte der Veranstalter zurück. Wetten werden zunehmend nicht mehr auf den Rennbahnen, sondern im Internet platziert. Bei den knapp 1600 Rennen im Jahr 2008 flossen nur noch 39 Mio. Euro in die Wettkassen der Veranstalter - ein Rückgang gegenüber dem Vorjahr von etwa 19 Prozent. Vor sechs Jahren lag der Umsatz noch bei mehr als 100 Mio. Euro. Auch die Zahl der Rennen ist rückläufig - allein im vergangenen Jahr sank sie um rund neun Prozent.

Eine Neuorganisation des deutsche Galopprennsports scheint angesichts der finanziellen Probleme unumgänglich. Die Veranstalter streben eine zentrale Vermarktung sowie den Aufbau eines eigenen Vertriebsnetzes für Wetten an, um unabhängiger von den Buchmachern zu werden.

Bislang sind jedoch alle Ansätze gescheitert. Die Veranstalter konnten sich weder untereinander auf die neue Ausrichtung einigen noch einen Großinvestor für sich gewinnen. Über Auswege aus der aktuellen Krise will der DVR auf der morgigen Vorstandssitzung des Direktoriums beraten.

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