Georg Hettich gönnt sich Ruhe
Mit 70 000 Euro in den Urlaub

Er war der überragende Sportler in der nordischen Kombination. Mit Gold, Silber und Bronze verabschiedet sich Georg Hettich in den wohlverdienten Kurzurlaub - mit dabei die Prämien des Deutschen Skiverbandes.

HB TURIN. Nach einer langen Party-Nacht verabschiedete sich Georg Hettich gut gelaunt in einen dreitägigen Ski-Urlaub. In den französischen Alpen kann der mit einem kompletten Olympia- Medaillensatz dekorierte Schonacher mit Freundin Birgit ganz entspannt Zukunftspläne schmieden, denn für seine Erfolge bei den Winterspielen kassiert der bescheidene Nordische Kombinierer vom Deutschen Skiverband und der Stiftung Deutsche Sporthilfe mindestens 70 000 Euro. "Ich werde im Sommer mit meiner Freundin zusammenziehen. Durch die Medaillen wird die Wohnung sicher ein paar Quadratzentimeter größer", verriet der momentan in einer Wohngemeinschaft in Freiburg lebende Hettich.

Ansonsten soll sich im Leben des Rockmusik-Fans trotz der neuen Popularität und finanziellen Unabhängigkeit nicht viel ändern. "Ich werde nach der Saison mein achtes Semester an der Fachhochschule machen und versuchen, alles so weiter laufen zu lassen wie bisher. Ich bin ein bodenständiger Typ", sagte Hettich. Allerdings darf der bislang von 2000 Euro monatlich lebende Student der Medizintechnik darauf hoffen, künftig etwas mehr Taschengeld zur Verfügung zu haben. "Die drei Medaillen sind sicher nicht schädlich für die Vermarktung. Mein Management sagt, dass es mit der Sponsorensuche jetzt besser geht", erklärte der bislang nur Insidern bekannte Einzel- Olympiasieger.

"Für Georg Hettich war das der Ritterschlag hier. Es ist zwar nicht so, dass wir aus einem Berg von Anfragen auswählen können - aber die Nachfrage hat deutlich angezogen", bestätigte Manager Ralf Grengel, der mit Eisflitzerin Claudia Pechstein auch Deutschlands erfolgreichste Wintersportlerin betreut. Die Dimension seiner Erfolge kann Hettich ohnehin nicht abschätzen. "Das habe ich noch nicht ganz erfasst. Es ist einfach überwältigend", sagte er.

Durch seine Leistungen wurde Hettich praktisch über Nacht berühmt. Sprungtrainer Andreas Bauer soll sogar mit seinem fünfjährigen Sohn Marius den Gold-Lauf Hettichs im Einzel zu Hause nachspielen. Das verlangte der Knirps am Telefon, wobei er selber Hettich sein will und Bauer den zweitplatzierten Felix Gottwald mimen muss. "Ich soll an ihn heranlaufen und dann will er mich am Berg stehen lassen", berichtete Bauer, der wie alle Team-Mitglieder schnell weg wollte von Olympia. "Wir sind ja lange genug unterwegs", sagte Bundestrainer Hermann Weinbuch.

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