German Open
Asche zu Asche am Rothenbaum

Das Déjà-vu vom Hamburger Rothenbaum: Der Termin ist stets der falsche, es ist zu kalt und die deutschen Tennisspieler scheiden viel zu früh aus.

HAMBURG. Eigentlich sind Jubiläen freudige Ereignisse. Man putzt sich festlich heraus, schart die besten Freunde um sich und blickt dann voller Stolz und mit ein bisschen Wehmut zurück auf das bislang Erreichte. Die Organisatoren des Tennis-Masters am Hamburger Rothenbaum hätten sich in der vergangenen Woche auf eben diese Art feiern lassen können, doch die 100. Ausgabe der German Open hinterließ eher den Eindruck, als sei ein naher Verwandter unerwartet verschieden. Die Woche bot reichlich Stoff für Streitereien und Diskussionen – die Zukunft des größten deutschen Tennisturniers steht mal wieder auf der Kippe.

Die „Katastrophe“, wie es der letzte deutsche Sieger in Hamburg, Michael Stich, formulierte, nahm vor einer Woche ihren Lauf, als mit Roger Federer und Rafael Nadal die Nummer eins und zwei der Welt ihre Teilnahme absagten. Seit Monaten prangten ihre Gesichter auf jedem Werbeplakat in der Hansestadt. Nach dem fünfstündigen Marathon-Finale von Rom sahen sich die beiden Topfavoriten jedoch außerstande, in Hamburg anzutreten. Zwei Wochen vor Beginn der French Open in Paris wollten sie bei den kühlen Bedingungen keine Verletzung riskieren. Damit entpuppte sich der Hamburger Termin direkt im Anschluss an das Masters in Rom erneut als klassisches Eigentor.

Vor sechs Jahren tauschten die Veranstalter die Plätze, Hamburg erhoffte sich, dass die besten Spieler der Welt ihr Turnier als letzte Vorbereitung auf Paris nutzen würden. Weit gefehlt, die Topstars zeigen den Hamburgern immer öfter die kalte Schulter, zumindest, nachdem sie die Wetterprognosen gelesen haben.

Das Ausbleiben der Stars lässt sich nur durch eine Reform des Turnierkalenders optimieren. Wie von den meisten Spielern befürwortet, müsse das Teilnehmerfeld auf 56 Spieler mit einem Freilos für die gesetzten verkleinert werden. Das Finale soll nur noch über zwei Gewinnsätze gehen.

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