German Open Michael Stich befürchtet Abzug des Tennisturniers aus Hamburg

Hamburg steht als ATP-Tennis-Standort auf der Kippe. Turnierdirektor Michael Stich darf die German Open nur noch 2018 ausrichten, dann übernimmt der Österreicher Reichel. Laut Stich war das Zuschlagsverfahren unfair.
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Der ehemalige Tennisprofi will sich auch weiterhin für die German Open in Hamburg einsetzen. Quelle: dpa
Michael Stich

Der ehemalige Tennisprofi will sich auch weiterhin für die German Open in Hamburg einsetzen.

(Foto: dpa)

HamburgMichael Stich ist verärgert über den Deutschen Tennis-Bund (DTB) und befürchtet eine Verödung des Tennisstandorts Hamburg. Am Wochenende hatte der DTB nicht dem Wimbledonsieger den Zuschlag gegeben für die Ausrichtung des Tennisturniers am Hamburger Rothenbaum von 2019 an, sondern dem Österreicher Peter-Michael Reichel, Ausrichter des Nürnberger Damenturniers. „Das Verfahren war nicht fair und transparent“, sagte Stich am Dienstag und folgerte: „Man muss feststellen, dass der DTB mit uns anscheinend nicht arbeiten möchte.“ Stich richtet das Turnier seit neun Jahren aus.

Die Konkurrenzangebote sollen sich auf gleichem Niveau bewegt haben, sagte Stich. Gemeinsam mit der HSE habe er im April zunächst 470.000 Euro geboten und im Juni ein verbessertes Angebot über 570.000 Euro vorgelegt. Schließlich wurde die Offerte kurz vor der Abstimmung im DTB auf 670.000 Euro erhöht. „Deshalb ist man von den Socken, dass es nicht gereicht haben soll“, sagte HSE-Geschäftsführer Detlef Hammer. Der DTB gibt als Begründung den Ablauf der Bieterfrist am 30. April an. Stich: „Dieser Termin war nie klar.“

Die Tennislegende ist wieder da
Zurück auf dem Court
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Nach mehr als 16 Jahren Abstinenz gibt Boris Becker sein Comeback beim Deutschen Tennis Bund: Als „Head of Tennis“ ist er zukünftig verantwortlich für das deutsche Davis Cup Team. Cheftrainer Michael Kohlmann und der komplette Stab sind ihm untergeordnet. Zuletzt hatte der 49-jährige von 1997 bis 1999 als Teamchef des deutschen Davis-Cup-Teams fungiert.

Auf Krücken
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Nach einer Operation am Sprunggelenk kam der einstige Tennis-Profi in den gut gefüllten Plenarsaal, um die beim DTB neu geschaffene Aufgabe vorzustellen. So wird der Wimbledon-Sieger „für den gesamten Herrenbereich verantwortlich sein“, sagt Präsident Ulrich Klaus. Becker solle so sowohl im Davis Cup als auch im Nachwuchsbereich wichtige Impulse setzen sowie an Präsidiumssitzungen teilnehmen. Sein Engagement ist vorerst bis zu den Olympischen Spielen 2020 in Tokio angedacht.

Personalrochade
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„Ich liebe diesen Sport, ich liebe dieses Land“, sagt Becker, der mit großer Motivation als Ratgeber einsteigt. „Tennis ist das, was ich am besten kann.“ Der DTB erhofft sich, von der Strahlkraft der altbekannten Personalie zu profitieren. Zusammen mit dem im Amt bleibenden Teamchef Michael Kohlmann äußert der Bund offen die Titelambitionen. In seinem ersten Einsatz in neuer Funktion muss Becker aber erst einmal mithelfen, den Abstieg zu vermeiden. In Portugal kämpfen die deutschen Herren vom 15. bis 17. September um den Verbleib in der Weltgruppe.

Keine One-Man-Show
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Becker stand zwar im Mittelpunkt der Vorstellung, war allerdings nicht alleine. Auch die bisherige Teamchefin der deutschen Tennisspielerinnen, Barbara Rittner, wechselt in das Amt des „Head of Womens Tennis“. „Ich bin super aufgeregt und neugierig auf die Zusammenarbeit mit Boris“, sagte die 44-Jährige, die im Zuge der umfassendsten Veränderungen im DTB seit Jahren nun die Verantwortung für die neu geschaffene Position bei den Damen trägt.

Rittner und der neue Mann
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Rittner war 13 Jahre als Kapitän des Fed-Cup-Teams des DTB tätig. Ein Nachfolger steht bereits fest. Neuer Teamchef wird von der Saison 2018 an Jens Gerlach. „Es ist an der Zeit, mit jemandem Neues neue Wege zu gehen“, sagte Rittner. Die Neubesetzung ist dabei eine kleine Überraschung. Gerlach ist zurzeit noch im Allgäu als Tennistrainer beschäftigt, trat in der Vergangenheit eher seltener in Erscheinung. Bekanntheit erlangte er 2004 als Coach der Russin Anastasia Myskina. Unter seiner Anleitung gewann sie die French Open und stieg bis auf Rang 2 der Weltrangliste auf.

Patrik Kühnen
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Der ehemalige Davis-Cup-Teamchef Patrik Kühnen traut den deutschen Tennis-Herren mit Boris Becker an der Spitze die Rückkehr in die Weltspitze zu. „Mit Alexander Zverev an der Spitze hat das deutsche Team mittel- und langfristig wieder die Chance, in den oberen Regionen der Davis-Cup-Weltrangliste mitzumischen“, sagte Kühnen in einem am Mittwoch veröffentlichten Interview „t-online.de“.

Duo auf Zeit
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Einziger weiterer Posten in Beckers Trainerkarriere war die Zusammenarbeit mit dem serbischen Ausnahmespieler Novak Djokovic: Von Herbst 2013 bis Dezember 2016 arbeiteten die beiden höchst erfolgreich zusammen. Die Bilanz: Sechs Grand-Slam-Titel und 25 Turniersiege. Die Trennung erfolgte einvernehmlich – Djokovic will sich künftig auf spirituellere Trainingsmethoden besinnen.

„Wir haben große Sorge, dass dieses Turnier aus Hamburg verschwindet“, mahnte Stich. Reichel hat sich lediglich verpflichtet, die German Open in Deutschland auszurichten. Im nächsten Jahr wird Stich sein letztes Turnier am Rothenbaum organisieren. „Wir werden uns dafür einsetzen, dass es weiterhin Tennis in Hamburg geben wird - in welcher Form auch immer“, meinte er. Als Turnierdirektor wolle er nicht für Reichel arbeiten. „Wir sind als Team angetreten“, sagte der Wimbledonsieger und Olympiasieger von 1992.

Reichel ließ seine Pläne weitegehend im Dunkeln. „Wir wollen prinzipiell in Hamburg bleiben, aber nicht um jeden Preis“, sagte er dem „Hamburger Abendblatt“ (Dienstag). Der designierte Ausrichter erwägt einen Wechsel des Belags von Sand auf Hartplatz. „Wenn die ATP mitspielen würde, wäre das eine Überlegung wert“, sagte Reichel.

Um sowohl Belag als auch Termin ändern zu können, will der Österreicher „Gespräche mit dem DTB, der ATP und noch anderen“ führen. „Wir müssen jetzt sehen, wie die anstehenden Gespräche mit der Stadt Hamburg laufen werden.“ Reichel erwartet finanzielle Unterstützung der Stadt bei der Sanierung der Anlage und dem jährlichen Turnier.

Als Größenordnung gab er beim WTA-Turnier in Linz 800.000 Euro an. Hamburg gewährt jährlich maximal 100.000 Euro. Sportstaatsrat Christoph Holstein hat vor übertriebenen Erwartungen gewarnt. Es solle „niemand glauben, dass sich die Stadt unter Druck setzen lässt“, sagte er. Grundsätzlich sei man aber gesprächsbereit.

  • dpa
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