Gesamtsieg bei Schweiz-Rundfahrt kein Thema
Der Berg ruft

Jan Ullrich will die letzte Chance, Lance Armstrong bei der Tour zu schlagen, unbedingt beim Schopf packen. Dafür ordnet er alles andere unter. Auch im Vorfeld der Tour de Suisse.

HB SCHAFFHAUSEN/BERLIN. Der Berg ruft: Der T-Mobile-Star holt sich auch in diesem Jahr in den Schweizer Alpen seinen Formschliff für das letzte Tour-de-France-Duell gegen den US-Amerikaner. Ein Jahr nach seinem hauchdünnen Gesamtsieg bei der Schweiz-Rundfahrt, der 2004 sein größter Erfolg blieb, hat der Wahl-Schweizer diesmal jedoch andere Ziele. "Es geht mir um die gezielte Vorbereitung auf die Tour de France", sagt Ullrich vor den 1 354 Kilometern bei der 59. Auflage der Tour de Suisse, die mit Bergankünften im österreichischen St. Anton, in Arosa und Verbier gespickt ist. "Diese Etappen bieten mir die Gelegenheit, meine Bergfestigkeit zu prüfen. Das eine oder andere Mal möchte ich mich schon vorne zeigen."

Im vorigen Jahr hatte sich Ullrich beim abschließenden Zeitfahren mit dem minimalen Vorsprung von einer Sekunde den Gesamtsieg vor Lokalmatador Fabian Jeker geholt. Dieses Jahr steht zum Abschluss am 19. Juni eine schwere 100-Kilometer-Runde auf dem Programm. Bei der 9. und letzten Etappe sind gut 3000 der insgesamt fast 20 000 Höhenmeter zu bewältigen. Start und Ziel befinden sich im Rhone-Tal in einem Dorf namens Ulrichen.

Nach dem Grand Prix Schwarzwald und Platz zwei in Gippingen am vorigen Wochenende sitzt Ullrich seit Dienstag dieser Woche wieder im Sattel. Doch von Training hat auch der 31-Jährige nun "die Nase voll" und ist heiß auf den Ernstfall: "Ich will jetzt Rennen fahren. Im Wettkampf ist es leichter, ans Limit zu gehen. Wer sieht schon tatenlos zu, wenn der Nachbar schneller fährt als man selbst."

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