Gewichtheben DM
Steiner mit Pflichtübung zum Jahresausklang

Zum Jahresabschluss möchte Gewichtheber Matthias Steiner bei den deutschen Meisterschaften seine selbstgesteckten Ziele erreichen. Ein Titel sollte locker dabei herausspringen.

Zum Jahresabschluss sind von Olympiasieger Matthias Steiner keine Glanztaten mehr zu erwarten, für einen weiteren Titel sollte es dennoch locker reichen. Bei den deutschen Meisterschaften in Chemnitz ist Deutschlands bester Gewichtheber in seinem Wettkampf am heutigen Samstag praktisch konkurrenzlos, entscheidend ist vielmehr, ob der 28-Jährige seine selbst gesteckten Ziele erreicht. 400 Kilogramm im Zweikampf hat sich Steiner vorgenommen. "Mehr sollte man aber nicht erwarten. Ich bin nicht in Topform. Diese 400kg schüttelt man auch nicht so einfach aus dem Ärmel."

Zum Vergleich: Noch im September wurde Steiner in Antalya mit 440kg Vize-Weltmeister im Zweikampf. 246kg in der Einzeldisziplin Stoßen bedeuteten sein erstes WM-Gold für Deutschland. Bei seinem Olympiasieg 2008 in Peking stemmte er sogar 461kg in die Höhe.

Steiner machte nach dem Saisonhöhepunkt in der Türkei erstmal Urlaub auf Mallorca, danach wurde nur "erhaltend" trainiert. Wunderdinge sind daher in seiner sportlichen Heimat, wo er auch für die Bundesliga-Mannschaft des Chemnitzer AC den ein oder anderen Wettbewerb bestreitet, nicht zu erwarten.

Seinen Titel, den er im letzten Jahr in Ladenburg zum ersten Mal gewann, möchte er im Beisein seiner Eltern dennoch unbedingt erfolgreich verteidigen. Es sei schön, "wenn man diesen Titel in der Sammlung hat", auch wenn er nicht mit einem WM- oder Olympiaerfolg zu vergleichen sei. "Auch da muss ich mich beweisen", sagt Steiner.

Steiner will die nationale Krone

Wenn seine Konkurrenten keine außergewöhnlichen Leistungen vollbringen, wird sich der gebürtige Österreicher, der erst seit Anfang 2008 deutscher Staatsbürger ist, im Haus des Gastes in Chemnitz zum zweiten Mal die nationale Krone aufsetzen. Auch weil nach Behandlung und ärztlich verordneter Pause seine Probleme mit dem Handgelenk überwunden sind. Der Superschwergewichtler kann seit vier Wochen wieder ohne Schmerzen trainieren.

Steiner ist fast schon routinemäßig bemüht, trotz der eigentlich eindeutigen Kräfteverhältnisse und dem allseits erwarteten Alleingang die Erwartungen zu dämpfen: "Wenn ich schlecht drauf bin, und der Konkurrent gut, dann kann ich auch geschlagen werden. Ganz konkurrenzlos bin ich auch in Deutschland nicht."

Dass es soweit kommt, ist auch bei einem nicht auf Höchstleistung getrimmten Steiner kaum zu erwarten. Schließlich wäre eine weitere Medaille auch eine gewissen Motivationshilfe für die harte und monotone Hantelstemmerei in der Leimener Trainingshalle, wo er ab Januar wieder "richtig Eisen fressen muss", um bei der WM im kommenden Jahr in Paris eine gewichtige Rolle spielen zu können.

© SID

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