Gewichtheben Doping
Überhöhte Testosteronwerte bei Irans Gewichthebern

Bei den positiv getesteten neun iranischen Gewichthebern sind extrem überhöhte Testosteronwerte festgestellt worden. Das berichten iranische Medien. Die komplette iranische Mannschaft darf somit nicht bei der WM starten.

Laut iranischen Medien sind die neun iranischen Auswahl-Gewichtheber, die bei einer Dopingkontrolle positiv getestet wurden, mit extrem überhöhten Testosteronwerten aufgefallen. Die Verantwortung für das Dilemma übernahm Irans bulgarischer Cheftrainer Georgi Iwanow, der mit der Aussage zitiert wurde, ihm sei nicht bewusst gewesen, dass die von ihm verordneten Nahrungsergänzungsmittel illegale Substanzen enthalten.

Superstar Hossein Rezazadeh, Olympiasieger 2000 und 2004 und Weltrekordler im Superschwergewicht, war einer von nur zwei Aktiven, die bei der Kontrolle negativ getestet wurden. Dennoch darf Rezazadeh ebenso wie die komplette iranische Mannschaft nicht an der am Samstag in Santo Domingo beginnenden WM (30. September bis 7. Oktober) teilnehmen.

Der Gewichtheber-Weltverband IWF sperrte die Iraner regelkonform zunächst vorübergehend. Über die Dauer der Sperre muss die ab Donnerstag in der dominikanischen Hauptstadt tagende IWF-Exekutive entscheiden. Üblich ist es, den kompletten Verband für ein Jahr von allen internationalen Wettbewerben auszuschließen. Zuletzt war der türkische Verband wegen diverser Dopingvergehen für ein Jahr bis Mai 2006 suspendiert worden.

Verbandspräsident kündigt Untersuchung an

Irans Verbandspräsident Ali Moradi, der gleichzeitig dem asiatischen Kontinentalverband vorsteht und zur IWF-Exekutive gehört, bestätigte via TV die positiven Testergebnisse und kündigte eine genaue Untersuchung des "verdächtigen Vorfalls" an. Unterdessen klagte der mehrmalige Medaillen-Gewinner der Junioren-WM, Mohsen Davouni, im Gespräch mit der iranischen Nachrichtenagentur Irna seinen Verband und Trainer Iwanow an: "Alles, was wir gemacht haben, stand unter Aufsicht des Verbandes. Sie haben unseren Ruf ruiniert."

Auch Russen droht Verbannung

Moradi kündigte an, dass er gemeinsam mit Iwanow vor der IWF-Exekutive Stellung nehmen werde. Unter Iwanow waren Irans Gewichtheber vor Olympia 2000 überraschend in breiter Front in die Weltspitze aufgerückt. Später brachte der Bulgare einige ägyptische Hantelstemmer in den Medaillenbereich, ehe er in den Iran zurückkehrte.

Möglich ist im Vorfeld der WM in Santo Domingo auch eine Verbannung des russischen Verbandes, nachdem mehrere Athleten, darunter Schwergewichts-Olympiasieger Dimitri Berestow und Jung-Star Jewgeni Pissarew, bei Kontrollen erwischt worden waren. Beide wurden von der Welt-Anti-Doping-Agentur Wada im Frühjahr unangemeldet überprüft, der Einnahme des Diuretikums Chlotalidon (Pissarew) sowie des anabolen Steroids Prostanosol (Berestow) überführt und von der IWF bis 2008 gesperrt.

© SID

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