Gewichtheben WM
Achtungserfolge für deutsche Gewichtheber

Die deutschen Gewichtheber haben sich bei der WM in Doha mehr als achtbar aus der Affäre gezogen. Besonders Rene Hoch überzeugte mit einem Platz auf dem Treppchen. Trotzdem gibt es noch Verbesserungspotenzial.

Die deutschen Gewichtheber können nach den Weltmeisterschaften in Doha gestärkt in die Zukunft blicken, denn der Abstand zur Weltspitze ist merklich geschrumpft. Neben der Überraschungs-Bronze-Medaille des Berliners Rene Hoch im Stoßen der 77kg-Klasse verbesserten die deutschen Athleten auch zahlreiche persönliche Bestleistungen. "Unser Neuaufbau greift. Wir sind auf dem Weg zur Medaille 2008 in Peking ein Stück vorwärts gekommen", zog der Präsident des Bundesverbandes Deutscher Gewichtheber (Bvdg), Claus Umbach Bilanz. Der Görlitzer Schwergewichtler Andre Rohde machte als Achter auf sich aufmerksam, Almir Velagic (Kaufbeuren) durchbrach als Elfter im Superschwergewicht erstmals die 400kg-Schallmauer. Dennoch gibt es noch Raum für Verbesserungen.

Umbach fordert mentale Wettkampfhärte

"Wir müssen in den nächsten Jahren auf psychologischem Gebiet noch besser mit den Jungs arbeiten", erläuterte Umbach. "Andere heben beim WM-Höhepunkt absolut am Limit. Wir bringen unsere Trainingsleistungen nicht durchgängig 1:1 auf die Bühne. Da sind bei manchen Athleten noch zehn Kilo drin."

Medaillenspiegel: China räumt ab

Besonders die Mannschaft Chinas war eine Klasse für sich. Mit 23 von 45 möglichen Goldmedaillen (in Zweikampf, Reißen und Stoßen wird bei einer WM jeweils ein Medaillensatz vergeben) gewannen die chinesischen Athleten mehr als die Hälfte der Wettbewerbe. Russland stellt mit acht Goldmedaillen das zweiterfolgreichste Team. Unterdessen bleibt der 164,4kg schwere Iraner Hossein Rezazadeh der stärkste Mann der Welt. Auch wenn es für einen neuen Zweikampf-Weltrekord (473kg) am Ende nicht reichte, gewann der Iraner die Goldmedaille im Superschwergewicht.

Doping ist auch weiter ein Thema

Ob alle Edelmetall-Gewinner ihre Medaillen behalten, wird sich in den nächsten Wochen zeigen. Dann werden die bei der WM genommenen Dopingproben im Kölner Institut von Biochemie von Professor Wilhelm Schänzer analysiert. Besonders bei den Frauen waren zahlreiche Weltrekorde zu verzeichnen, viele von sehr jungen Athletinnen. "Die Leistungsexplosionen in einigen Nationen sind hier mit Fragezeichen zu versehen", gab Umbach zu bedenken.

© SID

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