Gewichtheben WM
Freude und Enttäuschung im deutschen Team

Bei der Gewichtheber-WM in Antalya endete der Wettkampf für Europameister Jürgen Spiess nur auf Rang 22, während Kathleen Schöppe als 13. überzeugte.

Die russischen Gewichtheber Tatjana Kaschirina und Alexander Iwanow haben bei der WM in Antalya ihrem Team einen goldenen Tag beschert. Die 19 Jahre alte Europameisterin Kaschirina stellte im Reißen scheinbar mühelos einen Weltrekord auf und gewann im Superschwergewicht 315kg Gold. Silbermedaillengewinnerin Meng Suping aus China wurde um 5kg distanziert. Mit einer Zweikampflast von 309kg holte sich die südkoreanische Titelverteidigerin und Olympiasiegerin Jang Mi-Ran Bronze. Kaschirina verbesserte Jangs bisherigen Reiß-Weltrekord um fünf auf 145kg.

Schöppe mit starkem 13. Rang

Am Freitag hatte Kathleen Schöppe als einzige deutsche Athletin in der Superschwergewichtsklasse mit Platz 13 eine starke Leistung gezeigt. Die 27-Jährige war in der schwächeren B-Gruppe gestartet und stellte mit 242kg im Zweikampf und 136kg im Stoßen persönliche Bestleistungen auf. "Ich bin natürlich sehr zufrieden", sagte Schöppe nach sechs gültigen Versuchen.

Dagegen erlebte Ex-Europameister Jürgen Spieß aus Speyer in der Klasse bis 94kg eine Enttäuschung und schaffte es beim Sieg von Iwanow mit 357kg nur auf den 22. Rang. Der 21-jährige Iwanow siegte mit 403kg vor dem Ukrainer Artem Iwanow (402) und Valeriu Calancea (397) aus Rumänien.

Die Chemnitzerin Schöppe war die letzte von insgesamt fünf deutschen WM-Starterinnen. Das beste Ergebnis der deutschen Frauen gelang Julia Rohde (Klasse bis 53kg/Görlitz) mit Platz zehn. Sabine Kusterer (58kg/Durlach) erreichte Rang 17 und konnte wie Anett Goppold (69kg/Eibau) als 22. noch Qualifikationspunkte für Olympia holen. Mandy Wedow (75kg/Heidelberg) wurde ebenfalls 22., war aber nicht zur Qualifikation gemeldet.

Faselt: "Erwartungen sind übertroffen worden"

"Die Frauen haben zu hundert Prozent ihr Ding gebracht. Die Erwartungen sind übertroffen worden. Wir haben mehr Qualifikationspunkte für London gesammelt, als wir gehofft hatten. Dass wir bei der Konkurrenz nicht um Medaillen kämpfen können, ist klar", sagte Frauen-Bundestrainer Thomas Faselt. Mit 56 Punkten hätte die deutsche Mannschaft derzeit das erklärte Ziel von zwei Startplätzen sicher. Selbst ein dritter Startplatz liegt vor dem zweiten Qualifikationsturnier, der WM 2011 in Paris, noch in Sichtweite.

Spieß, der seinen EM-Titel wegen einer Knieoperation im Frühjahr nicht hatte verteidigen können, knüpfte nicht an die bei einem Testwettkampf vor der WM gezeigten Leistungen an. Er verfehlte bei nur zwei gültigen Versuchen seine persönliche Bestleistung um gleich 33kg.

© SID

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