Gewichtheben WM
Hoch will bis Peking "hart arbeiten"

Bei der WM in Doha/Katar errang Rene Hoch im Stoßen in der 77-kg-Kategorie die Bronze Medaille. Noch Stunden später konnte er den größten Erfolg seiner Laufbahn nicht fassen. Nun will Hoch bis Peking "hart arbeiten".

Rene Hoch konnte es einfach nicht fassen: Noch Stunden nach dem überraschenden Gewinn von WM-Bronze im Stoßen schüttelte der Gewichtheber an der Hotelbar ungläubig den Kopf. Mit seiner ersten internationalen Medaille überhaupt beendete der 27-jährige Berliner in Doha/Katar die Durstrecke seine Verbandes, der beim vergangenen Championat 2003 in Vancouver und bei den Olympischen Spielen von Athen leer ausgegangen war. Mit ein paar Bierchen wurde der Coup bis Mitternacht begossen, telefonisch oder per SMS gingen die Glückwünsche der Altstars Ronny Weller und Marc Huster ein.

Hoch: "Ich werde bis Peking hart arbeiten"

"Ich bin selbst von meiner Leistung überrascht. Für mich geht ein Traum in Erfüllung", sagte der Zweikampf-Fünfte Hoch nach drei persönlichen Bestleistungen in der 77-kg-Kategorie fassunglos und kündigte an: "Ich werde bis Peking 2008 hart arbeiten." Bei seiner WM-Premiere in Vancouver war er nicht in die Top Ten gelangt, in Athen behinderte ihn eine Knieverletzung und es reichte nur für Rang 20. Alle Experten, auch der einstige Teamkollege Weller, hatten nicht annähernd eine Medaillenchance prognostiziert.

"Ich bin total überrascht. Ich hoffe, das ist ein Motivationsschub für unsere anderen drei Starter hier", sagte Claus Umbach. Der Präsident des Bundesverbandes Deutscher Gewichtheber (Bvdg) hatte letztmals bei der WM 2002, als Oliver Caruso Gold (Reißen) und Bronze (Zweikampf) holte, Grund zum Jubeln gehabt.

Telefonisch war Umbach vor einiger Zeit über einen Mittelsmann Irans zweimaliger Olympiasieger Hossein Rezazadeh angeboten worden. "Da geht es um ein oder zwei Mill. Euro Handgeld, ich habe das gleich abgebogen", erzählte er und scherzte: "Da war diese Medaille viel billiger. Und noch dazu ein deutsches Erzeugnis."

Überraschungserfolg mit 192kg

Hoch stieß 192kg. Nur der Chinese Hongli Li mit 196kg und Yukio Peter aus Nauru mit 193kg waren besser. Dann aber trat noch Lokalmatador Sufyar Abbas an, ließ mit Blick auf Zweikampf-Gold gleich 200kg auflegen - und scheiterte. Die Überraschung war perfekt. Im Zweikampf bewältigte der Berliner 345kg (153kg im Reißen+192kg im Stoßen). Der schon im Reißen erfolgreiche Li (361/165+196) setzte sich vor dem Rumänen Sebastian Dogariu (353/163+190) sowie Abbas (351/160+191) durch. Zum Bronze-Rang fehlten Hoch, der im Reißen Neunter wurde, sechs Kilogramm.

Olympiasiegerin Pawina Thongsuk aus Thailand siegte unterdessen in der Klasse bis 63kg mit dem Zweikampf-Weltrekord von 256kg (plus 9kg). Auch die 116kg im Reißen und die 140kg im Stoßen bedeuteten ebenso Weltrekord wie die 157kg im Stoßen und die eingestellten 275kg im Zweikampf (118kg im Reißen) der 18 Jahre alten Neuen Weltmeisterin Sarema Kasajewa aus Russland in der Klasse bis 69kg. In der Klasse bis 75 kg sicherte sich die Chinesin Liu Chunhong (285/126+159) den WM-Titel - ebenfalls mit Weltrekorden im Stoßen und Zweikampf.

© SID

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