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Gladbachs Trainer unter Druck

Die Fans verärgert, das Team verunsichert, aber die sportliche Führung genießt weiterhin das uneingeschränkte Vertrauen beim Fußball-Bundesligisten Borussia Mönchengladbach.

dpa MöNCHENGLADBACH. Die Fans verärgert, das Team verunsichert, aber die sportliche Führung genießt weiterhin das uneingeschränkte Vertrauen beim Fußball-Bundesligisten Borussia Mönchengladbach.

Vor dem "Keller-Derby" gegen den VfL Bochum betont Clubchef Rolf Königs immer wieder, dass es keine Diskussion über Trainer Dick Advocaat oder den ins Kreuzfeuer der Kritik geratenen Sportdirektor Christian Hochstätter gibt. "Wir vertrauen dem Team Sport und stehen uneingeschränkt hinter dem Trainer", sagte Königs.

Nach der Einkaufstour im Winter und den großen Erwartungen mit einem renommierten Trainer ist die Elf vom Niederrhein allerdings längst wieder im Abstiegskampf der Fußball-Bundesliga gelandet. Trotz eines Sechs-Punkte-Vorsprungs auf den VfL Bochum auf Rang 16 steht die Mannschaft vor der Partie gegen die Revier-Elf mit dem Rücken zur Wand. Und die eigenen Fans werden allmählich unruhig. Der medienscheue und wortkarge Advocaat gilt nicht als "Trainer zum Anfassen", Sportdirektor Hochstätter wurde zuletzt beim Abschiedsspiel für Uwe Kamps gnadenlos ausgepfiffen.

"Ich kann den Frust der Fans zum Teil verstehen. Aber gerade jetzt brauchen wir sie", sagte der verletzte Kapitän Christian Ziege. "Ich habe diese unbedingte Treue zur Mannschaft in England erlebt und welche Kraft das entfalten kann", meinte der ehemalige Nationalspieler, der ebenso wie der prominenteste Neuzugang Giovane Elber noch nicht ins Geschehen eingreifen kann. Auch Torwarttrainer Kamps bittet die Anhänger um ein bisschen Geduld. "Es ist jede Menge passiert im Verein. Das muss sich alles auch erst mal einspielen."

Advocaat, der Anfang November das Amt des Cheftrainers von Holger Fach übernommen hat, beurteilt die Lage emotionslos und nüchtern. "Ich verstehe die Unruhe nicht. In der Rückrundentabelle sind wir Zehnter, das ist in Ordnung", sagte der Niederländer in einem Interview mit "Sport Bild". "Als ich kam, hat der Kader nicht funktioniert. Wenn man eine Mannschaft dann umbaut, passiert halt das, was hier gerade passiert", erklärte der Coach, der im Winter sieben neue Profis und zwei Nachwuchsspieler bekommen hatte.

Der zweite große Schnitt muss nach den Vorstellungen des Trainers im Sommer erfolgen. Der aufgeblähte Kader soll erheblich reduziert werden. Da auch drei bis vier neue Spieler verpflichtet werden sollen, steht fast eine komplette Elf vor dem Absprung. Für Advocaat, der früher in den Niederlanden oder bei den Glasgow Rangers unter paradiesischen Bedingungen arbeiten konnte, bedeutet die Situation am Niederrhein eine große Herausforderung. "Gladbach ist die schwierigste Aufgabe meiner Trainerkarriere", bekannte der 57 Jahre alte Coach.

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