Gläubiger: "Das ist eine Entscheidung des Herzens"
BVB ist vorerst gerettet

Mit der Zustimmung zu einem Teilrückkauf des Westfalenstadions durch Borussia Dortmund haben Fondseigentümer eine Pleite des angeschlagenen Fußball-Bundesligisten zunächst abgewendet.

HB DÜSSELDORF. Die Anteilseigner des Commerzbank-Immobilienfonds "Molsiris", an den der BVB das Stadion 2002 verkauft und wieder zurückgemietet hatte, stimmten dem überlebensnotwendigen Sanierungskonzept am Montag in Düsseldorf zu rund 95 Prozent zu. Bei einer Zustimmungsquote von weniger als 75 Prozent wäre der Rückkauf gescheitert; dann hätte der BVB nach eigenen Angaben umgehend Insolvenz müssen. Allein die jährliche Miete für die Fußballarena für 80.000 Zuschauer belastet den verschuldeten Verein mit rund 16 Millionen Euro im Jahr.

Bis Dienstag muss der BVB der Deutschen Fußball-Liga (DFL) seine finanzielle Leistungsfähigkeit nachweisen, um die Lizenz für die nächste Saison zu erhalten.

Die Zustimmung der Fondsanleger war bis zuletzt zweifelhaft. "Die kabbeln sich regelrecht", berichtete ein Anteilseigner aus der Gesellschafterversammlung, die unter Ausschluss der Öffentlichkeit am Düsseldorfer Flughafen stattfand. Vor Beginn der Sitzung hatten zahlreiche Fondszeichner ihre Zustimmung bekundet, allerdings gab es auch kritische Stimmen. Einige Teilhaber sagten, sie ließen sich nur von Anleger-Maßstäben leiten, der Verein sei ihnen egal. Andere appellierten an die anderen Fondszeichner, Borussia Dortmund müsse erhalten werden.

Das Konzept sieht vor, dass der BVB für etwa 43 Millionen Euro 42,8 Prozent des von dem Fonds gehaltenen 94-prozentigen Anteils an dem Stadion erwirbt. Das Geld dafür soll der Verein aus dem zur Absicherung der Anleger hinterlegten Bardepot von insgesamt 52 Millionen Euro erhalten. Die restlichen neun Millionen Euro benötigt der einzige börsennotierte Fußballklub in Deutschland, um den Rest der Saison finanziell zu überstehen. Die Ausschüttungen an die Fondsanleger für 2005 und 2006 sollen gestundet werden.

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