Gläubiger schießen frisches Geld zu: Das BVB-Schicksal entscheidet sich in drei Wochen

Gläubiger schießen frisches Geld zu
Das BVB-Schicksal entscheidet sich in drei Wochen

Ein wenig hilflos sah er aus, müde, wissend, dass was gerade passiert, nur der Anfang ist. Reinhard Rauball, Präsident von Borussia Dortmund, saß am Sonntag Mittag in der Talkrunde "Doppelpass" des Sportsenders DSF. Hart attackierten ihn die Journalisten, mit frenetischem Beifall unterstützt vom anwesenden Publikum.

HB DÜSSELDORF. Vielleicht hatte Rauball auf mehr Unterstützung gehofft, nach Freitag Abend. Da hatte Deutschlands einziger börsennotierter Fußball-Club einen wichtigen Schritt in Richtung Rettung getan: Seine Gläubiger stimmten einem Sanierungskonzept zu, erarbeitet vom BVB-Management und der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Rölfs Partner. Zuletzt waren dies die Sparkasse Köln-Bonn, die HSH Nordbank und die Söhne des verstorbenen Immobilienunternehmers Paul Sahle. Vergangene Woche hatte die wegen Missmanagements und sportlichen Fehlschlägen in die Krise geratene Borussia erklärt, dass sie ohne diese Sanierungsmaßnahmen eine Insolvenz nicht ausschließen könne.

Nun verzichten die Gläubiger 18 Monate lang auf Zinsen und Tilgung ihrer Kredite. Anschließend erhalten sie einen einheitlichen Sanierungszinssatz von vier Prozent. Bis zum Ende des Geschäftsjahres 2008/09 sollen so 28,7 Mill. Euro Schulden abgebaut werden. Außerdem haben die größten Gläubiger auch neues Geld bereit gestellt. Dies hatte BVB-Geschäftsführer Michael Meier bei einer Pressekonferenz am Donnerstag nicht erwartet: "Im Moment steckt niemand frisches Kapital in dieses Unternehmen rein."

"Wir sind auf einem guten Weg, wir müssen noch ein paar Schularbeiten machen, auch durchaus schwierige Hausaufgaben, aber wir werden die machen und dann muss die Deutsche Fußball-Liga entscheiden", sagte Rauball am Sonntag.

Zum vielleicht wichtigsten Datum der Clubgeschichte dürfte nun der 14. März werden. An diesem Tag werden die Anteilseigner des Immobilienfonds Molsiris, einem Produkt der Commerz Leasing, zu einer außerordentlichen Versammlung gerufen. Molsiris hatte vor zwei Jahren das Westfalenstadion für 75 Mill. Euro übernommen. Im Jahr 2017 sollte der Club die Arena ausgebaut und schuldenfrei wieder übernehmen, muss dafür aber rund 15 Mill. Euro jährlich zahlen - ein zu teures Geschäft, wie das BVB-Management erkennen musste.

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