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Glanzloser Abgang des FC Porto

Zehn Monate nach dem Champions-League-Sieg im Finale von Gelsenkirchen hat der FC Porto sich glanzlos aus der Eliteklasse des europäischen Fußballs verabschiedet.

dpa MAILAND. Zehn Monate nach dem Champions-League-Sieg im Finale von Gelsenkirchen hat der FC Porto sich glanzlos aus der Eliteklasse des europäischen Fußballs verabschiedet.

Der Titelverteidiger blieb bei seiner 1:3-Niederlage im Rückspiel des Achtelfinales (Hinspiel 1:1) bei Inter Mailand ohne den Hauch einer Chance. Damit brachte Italien in Juventus Turin sowie AC und Inter Mailand als einziges Land drei Clubs ins Viertelfinale.

"Mit Italien kann niemand mithalten", jubelte die "Gazzetta dello Sport". "Wer sich davor fürchtet, dass zwei italienische Teams das Endspiel unter sich ausmachen, kann schon mal mit dem Zittern beginnen." Inter zeigte nicht einmal eine überwältigende Leistung. Es reichte aus, dass Torjäger Adriano seine Ladehemmung der vergangenen Wochen überwandt. Der Brasilianer schoss Porto mit seinen Treffern (6./63./87. Minute) fast im Alleingang aus dem Wettbewerb.

"Adriano genehmigte sich einen Portwein", witzelte die "Gazzetta". Die Portugiesen, die sich im Vorjahr mit einem 3:0-Sieg im Finale gegen AS Monaco überraschend den Titel geholt hatte, verabschiedeten sich quasi durch den Hinterausgang von der europäischen Fußballbühne. "Dieses Team hat nichts mehr mit der Elf der Champions zu tun, nur der Name ist derselbe", stellte Portos Trainer José Couceiro enttäuscht fest. Das Sportblatt "O Jogo" sieht in dem Titelträger nur noch einen "campeãozinho", ein Meisterlein.

Für die "Drachen" aus dem Norden Portugals nahm eine glorreiche Ära ein trauriges Ende. Innerhalb von zwei Jahren gewann der FC Porto fünf Titel: die Champions League, den Uefa-Pokal, den portugiesischen Pokal und zwei Mal die Landesmeisterschaft. Dies glich fast einem Wunder. Denn in einer Zeit, in der andere Clubs Millionensummen für Superstars ausgaben, kam der FC Porto ohne einen Ronaldo oder Beckham aus. Der einzige Star war der Trainer: José Mourinho.

Als der Coach den Verein verließ, war es beim FC Porto um die Herrlichkeit geschehen. Paulo Ferreira und Ricardo Carvalho gingen mit ihrem Trainer zum FC Chelsea, Spielmacher Deco zum FC Barcelona. Ein Trainer löste den anderen ab, Couceiro ist bereits der dritte Coach in neun Monaten. Zu allem Überfluss ist der Vereinspräsident Jorge Nuno Pinto da Costa in einen Korruptionsskandal verwickelt. "Das Ende war abzusehen", meint die Zeitung "Diário de Notícias". "Porto hat nur noch eine Durchschnittself."

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