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Gold für Dietzsch, Blech für Bolm

Für das deutsche Team ist bei der WM in Helsinki der Bann endlich gebrochen. Franka Dietzsch, die jahrelang nicht mehr an sich geglaubt hatte, fand am 6. WM-Tag in die Goldspur zurück und bescherte dem deutschen Team die dritte Medaille in Helsinki und den ersten Titel seit 2001. Im 200-m-Finale bestätigte Tobias Unger als Siebter in 20,81 Sekunden seinen Ruf als bester weißer Sprinter der Welt. Knapp an Medaillen vorbei schrammten auch Kirsten Bolm (Mannheim) als Vierte über 100m Hürden und Tim Lobinger (Köln), der nach Rang fünf im Stabhochsprung mit heftiger Kritik an den WM-Organisatoren aufwartete, die das wettergeschädigte Finale nicht wie im Falle der Frauen verlegt hatten.

Franka Dietzsch hielt die Konkurrenz zwei Tage nach der unwetterbedingten Verlegung des Finals mit der persönlichen Saisonbestweite von 66,56m in Schach und hätte Gold auch mit ihren beiden weiteren Versuchen von 65,29 und 64,89m gewonnen, mit denen sie zum Auftakt offenbar Russlands Olympiasiegerin Natalia Sadowa (64,33) und auch die Weltranglisten-Erste Vera Pospisilova-Cechlova (63,19) wirkungsvoll geschockt hatte.

Unger versucht es mit "alles oder nichts"

Auf den Erfolgsweg zurück fand Franka Dietzsch, die seit ihrem WM-Sieg vor sechs Jahren keine Medaille mehr gewonnen hatte und oft in der Qualifikation scheiterte, nach vielen Verletzungen und gesundheitlichen Rückschlägen durch den Psychologen Prof. Neumann. In diesem Jahr hatte der Europacupsieg der schwergewichtigen Bankangestellten schon deutlich gemacht, dass mit ihr wieder zu rechnen ist. "Aber Gold hatte ich nur Sadowa zugetraut", meinte die WM-Rekordteilnehmerin (acht Einsätze in Serie) ungläubig.

Tobias Unger, der Anfang Juli in deutscher Rekordzeit von 20,20 Sekunden noch weiter in die Weltklasse vorgestoßen war, bestätigte in Helsinki seinen siebten Platz aus dem Olympiafinale. "Gegen die Amerikaner gab es keine Chance, das hat man in den Runden vor dem Finale gesehen", meinte der 26 Jahre alte Sportmarketing-Student aus Kornwestheim, nachdem er sich vor dem WM-Auftakt heimliche Chancen auf Bronze ausgerechnet hatte. "Ich musste alles oder nichts probieren und wollte den Angriff wagen, war aber hinten raus ein bisschen müde. Ich bin trotzdem glücklich und freue mich auf die Staffel am Freitag."

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