Gold im Freestyle-Sprung für Evelyne Leu
Schweizerin fliegt zum Olymp

Sie kommen meistens aus dem Trampolin-Sport. Müssen sich dann Skier unter die Füße klemmen und werden dann zu den Olympischen Winterspielen geschickt, um mit einer Medaille nach Hause zu kommen.

HB TURIN. Alles gewagt und Gold gewonnen: Mit ihrem letzten Sprung ist Skiakrobatin Evelyne Leu im Nebel von Sauze d'Oulx zum Olympiasieg im Freestyle-Springen geflogen. Nach dem ersten Final- Abschnitt hatte die Schweizerin am Mittwochabend nur auf Platz fünf gelegen. Doch im zweiten und entscheidenden Durchgang setzte die 29- Jährige alles auf eine Karte: Erstmals in dieser Saison sprang sie im Wettkampf einen Back/Full-Full-Full, einen dreifachen Salto mit dreifacher Schraube, und ließ der Konkurrenz keine Chance. "Ich bin einfach nur glücklich, dass ich diesen Sprung hingestellt habe", sagte Evelyne Leu.

"Das ist unglaublich", sagte auch ihr Trainer Michel Roth. Denn noch im Training am Nachmittag hatte Leu den Sprung mit dem höchsten Schwierigkeitsgrad nur mit großer Mühe gestanden. Im Finale der besten Zwölf ging die Elektromechanikerin nicht ganz freiwillig das Wagnis ein - und stand. "Der Trainer musste mich zum Sprung zwingen. Es ist wie ein Märchen", sagte Leu. Mit 202,55 Punkten ließ sie der Konkurrenz keine Chance und nahm Revanche für die entgangene Weltmeisterschaft 2005. Damals triumphierte die Chinesin Li Nina, die mit zwei soliden Sprüngen und 197,39 Punkten Silber vor der Australierin Alisa Camplin (191,39) holte.

Obwohl Camplin ihren Olympiasieg von 2002 nicht wiederholen konnte, fühlte sie sich ebenfalls wie eine Gewinnerin. "Das ist so viel besser als die Goldmedaille. Ich fühle mich vom Glück begünstigt", sagte sie. Erst im Oktober hatte die 31 Jahre alte Australierin einen Kreuzbandriss erlitten. In Sauze d'Oulx sprang sie mit einer von einem Organspender entnommenen Patellasehne und war erst kurz vor den Olympischen Winterspielen fit geworden.

Die Bedingungen für die zwölf Springerinnen war sehr schwierig. Das Finale begann wegen Nebels mit einer halben Stunde Verspätung. Später wurde der Wettkampf immer wieder wegen der schlechten Sicht unterbrochen. Nachdem ersten Durchgang hatte es danach ausgesehen, als ob die Chinesinnen den Durchblick hätten. Guo Xinin, Li Nina und Xu Nanan lagen in Führung. Als letzte Springerin des Finales verlor Guo Xinin die Nerven, stürzte bei der Landung und fiel vom ersten auf den sechsten Platz. Xu Nanan rutschte vom dritten auf den vierten Rang.

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