Golf
Elitär, karrierefördernd und überaltert?

Es ist der Höhepunkt der Golfsaison. Ab Freitag steht unser Weltklassegolfer Martin Kaymer beim Ryder Cup am Abschlag. Doch das Interesse hierzulande hält sich in Grenzen. Die Sportart hat mit Vorurteilen zu kämpfen.
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DüsseldorfMartin Kaymer hat Nerven wie Drahtseile. Vor zwei Jahren verwandelte der heute 29-Jährige im amerikanischen Medinah den alles entscheidenden Putt für  sein Team. Damit hatte Europa die begehrteste Trophäe im internationalen Golfsport gewonnen: den Ryder Cup. Am Freitag ist es wieder so weit. Im schottischen Gleneagles treten Europäer und Amerikaner bei einer der traditionsreichsten Sportveranstaltungen der Welt gegeneinander an. Der gebürtige Düsseldorfer Kaymer ist wieder mit von der Partie, als einziger Deutscher.

Doch hierzulande hält sich die Begeisterung für den Sportstar in Grenzen. Nicht einmal ein Prozent der Bevölkerung spielt überhaupt Golf. Noch immer ist diese Sportart mit vielen Vorurteilen behaftet, gilt als elitär, als Sport der Reichen, als Freizeitbeschäftigung für die Alten, andererseits aber auch als Kontaktbörse für Manager und Vorstände.  Zumindest letzteres ist so falsch nicht.

Für Martin Schimke beispielsweise ist Golf nicht nur eine Freizeitbeschäftigung, sondern auch ein gutes Umfeld, um Kontakte zu knüpfen. Der Anwalt im Düsseldorfer Büro von Bird & Bird hat auf dem Golfplatz auch schon spätere Mandanten kennengelernt. „Man verbringt viele Stunden miteinander, tauscht Visitenkarten aus und bleibt in Kontakt“, sagt er. „Hat man ein Problem oder sucht Rat, erinnert man sich an den Anwalt, Arzt oder Steuerberater, mit dem man fünf oder sechs Stunden über den Platz gegangenen ist.“ In den Stunden auf der Golfrunde erfahre er viel über seine Spielpartner. „So gut lerne ich einen Menschen nirgendwo sonst so schnell kennen“, sagt Schimke.

Gerade das Netzwerken funktioniert nämlich auf dem Golfplatz ganz hervorragend. Ein gutes Beispiel dafür ist der Rheinland Metropolen Golfcup. Vier Teams aus Düsseldorf, Köln, Bonn und Aachen mit jeweils zehn Spielern treten gegeneinander an. Mit Golfern wie beispielweise Hans-Joachim Körber, Aufsichtsratsvorsitzender von Air Berlin, Daniel Jacobs, geschäftsführender Gesellschafter der Jacobs Gruppe, Erik Meijer, ehemaliger holländischer Fußballnationalspieler und heute Geschäftsführer von Meijer Sports & Media, dem Maler und Bildhauer Anton Fuchs sowie Stephan Baeck, Geschäftsführer der Kölner RheinStars und selbst Ex-Basketball-Nationalspieler standen in der vergangenen Woche prominente Rheinländer im edlen Club Gut Lärchenhof bei Köln am Abschlag. Schon zum fünften Mal, also von Beginn an hat NRW-Finanzminister Norbert Walter-Borjans die Schirmherrschaft übernommen.

Die Idee zu diesem außergewöhnlichen sportlichen Wettstreit hatte Claus Dillenburger. „Wir bringen mit unserem Cup Wirtschaft, Wissenschaft, Sport und Kultur zusammen“, sagt der Geschäftsführer der gleichnamigen Unternehmensgruppe für technische Gebäudeausrüstung und Klimaanlagen. „Es geht darum, sich im Rheinland nachhaltig zu vernetzen, die überregionalen Wirtschaftsverbindungen zu fördern und natürlich um den Charity-Gedanken.“  40.000 Euro kommen bei dem Turnier Jahr für Jahr zusammen, die auf wohltätige Projekte verteilt werden. Auch Anwalt Martin Schimke spielte am Montag für Düsseldorf. „Für uns ist das ein sehr gutes Marketingvehikel“, sagt er.

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