Golf
Golf hofft auf olympischen Schwung

Vor mehr als 100 Jahren war Golf zuletzt olympische Sportart. Nun wird Golf wieder auf die große Bühne zurückkehren, wenn die Mitglieder des Internationalen Olympischen Komitees positiv entscheiden. Bei den Spielen 2016 in Rio de Janeiro könnten Tiger Woods und Co. wieder dabei sein. Für die krisengeschüttelten Golfausrüster wäre dies ein Lichtblick.
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MÜNCHEN. Die Historiker streiten sich darüber, wann Golf tatsächlich entstanden ist. Angeblich sollen schon die alten Ägypter mit Schlägern auf Bälle eingedroschen haben. Unbestritten ist hingegen, dass Golf in den Jahren 1900 und 1904 fester Bestandteil der Olympischen Spiele war, seitdem aber nicht mehr zur größten Sportveranstaltung der Erde gehörte.

Mehr als 100 Jahre später wird die Sportart vermutlich auf die olympische Bühne zurückkehren. Die meisten Beobachter halten den Beschluss für eine reine Formsache: Die Mitglieder des Internationalen Olympischen Komitees werden Golf am Freitag wohl in den Wettkampfkalender der Spiele 2016 in Rio de Janeiro aufnehmen.

Golfausrüster, Fachhändler und Klubs sind jetzt schon begeistert, denn sie versprechen sich von der Entscheidung mehr Aufmerksamkeit für das Spiel auf dem tiefgrünen Rasen. "Das würde dem Golf-Sport weltweit Beachtung verschaffen und das Interesse erhöhen", sagt Ryan Lauder, der das Marketing der Golf-Sparte von Adidas in Europa verantwortet.

Golf gewinnt rund um den Globus zwar seit Jahren an Beliebtheit. In Ländern wie Schweden, Irland, Großbritannien oder den USA ist die Sportart enorm populär. Doch gleichzeitig gibt es noch viele Länder, in denen sie ein Nischendasein fristet.

Einer dieser Staaten ist Deutschland. Zwischen Nordsee und Alpen greifen gerade einmal 550 000 Sportler regelmäßig zu den Schlägern, das sind nur rund 20 000 mehr als in Schweden. Allerdings leben in der Bundesrepublik mehr als 80 Millionen Menschen, in Schweden nur neun Millionen.

Die Autoren einer neuen Studie zum europäischen Golfgeschäft fassen die Lage in Deutschland so zusammen: "langweilig". Die Sportart habe es nie geschafft, ihr elitäres Image abzustreifen, meinen die Analysten von EDM. Die TV-Anstalten ignorierten das Spiel weitgehend und in der Boulevardpresse tauche es so gut wie nie auf.

Immerhin: Golf ist im Kommen hierzulande, wenn auch von einem niedrigen Niveau aus. Vergangenes Jahr sind neun neue Plätze hinzugekommen, es gibt inzwischen fast 700 Anlagen. Die Zahl der Spieler hat sich in den vergangenen zehn Jahren nahezu verdoppelt.

Die Branche kämpft gegen ihr schlechtes Image. "Golf ist kein wirklich teurer Sport", sagt Ernst von Randow, Inhaber des Münchener Fachhändlers Golf 24. "Es gibt inzwischen eine ganze Reihe von preiswerten Anlagen in Deutschland."

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