Golf
Langer zu Gast in Pulheim

Die Brüder Erwin und Bernhard Langer wollen den Golfsport in Deutschland nach vorne bringen. Für eine Woche sind sie als Veranstalter der "Mercedes-Benz-Championship" in Pulheim bei Köln zu Gast. "Mit möglichen Ermittlungen der Staatsanwaltschaft gegen Verantwortliche der Sparkasse Köln-Bonn haben wir und die Mercedes-Benz-Championship rein gar nichts zu tun", stellt Erwin Langer richtig.

KÖLN. Auf dem Gelände des Golf Clubs Gut Lärchenhof vor den Toren Kölns ist die Golfwelt bestens in Ordnung. 78 Profispieler kämpfen seit Donnerstag auf den 18 Greens um ein Preisgeld von insgesamt zwei Millionen Euro, kein Handy stört die Konzentration, selbst der Regen hält sich höflich zurück. Auf Postern allgegenwärtig: Deutschlands Golflegende Bernhard Langer. Auch leibhaftig tritt er bei dem bis Sonntag dauernden Turnier an - und wirbt so für den Golfsport und Deutschlands Kandidatur für den weltberühmten Ryder Cup 2018. Während der 52-Jährige "Meisterswinger" in Pulheim sogar Spektulationen nährte, dass er vielleicht kommendes Jahr im Ryder Cup für Europas Elite starten könnte, sorgt sich sein Bruder Erwin um das geschäftliche Renommee der Langer & Co. Veranstaltungs-KG. Handelsblatt.com hatte kurzzeitig irrtümlich berichtet, dass ein Ermittlungsverfahren der Kölner Staatsanwaltschaft auch den Veranstalter des Turniers beträfe. "Die Langer Sport Marketing hat einen exzellenten Ruf in Golfkreisen. Und gegen uns ist in keiner Weise ein Ermittlungsverfahren anhängig", stellt Erwin Langer klar.

Der Hintergrund: Mehrere Kölner Zeitungen hatten unmittelbar vor Turnierbeginn berichtet, dass die Staatsanwaltschaft Bilanzen und Verträge der Betreibergesellschaft des "Golf Club Gut Lärchenhof" prüfen lassen wolle. "Wir haben ein Ermittlungsverfahren eingeleitet. Es geht um den Vorwurf der Untreue", bestätigte die Sprecherin der Staatsanwaltschaft, Carolin Breloer. "Die Betreibergesellschaft des Golfplatzes hat erhebliche Verluste erwirtschaftet. Es besteht der Anfangsverdacht, dass Verantwortliche der Sparkasse Köln-Bonn bei diesem Engagement die Risiken der Beteiligung möglicherweise nicht ordnungsgemäß geprüft und abgewogen haben", zitiert der Kölner-Stadt Anzeiger die Behördensprecherin. Man stehe am Anfang der Ermittlungen.

Die Investitionen für den vor zwölf Jahren gegründeten Parcours werden auf über 15 Millionen Euro beziffert. Die Sparkasse war an der Betreibergesellschaft, die sie mit Krediten versorgt hat, zunächst zu weniger als der Hälfte beteiligt. 2002 übernahm das Geldinstitut unter ihrem damaligen Vorstandsvorsitzenden Gustav Adolf Schröder dann alle Anteile. Noch heute ist die Sparkasse am Gelände "zu 100 Prozent beteiligt", wie Sparkassen-Sprecher Christoph Schilling dem Handelsblatt bestätigte. Es sei falsch für eine Sparkasse, einen eigenen Golfplatz zu besitzen, meint der heute amtierende Vorstandschef Arthur Grzesiek. Dennoch waren die zwischenzeitlichen Bemühungen, sich von der defizitären Beteiligung zu trennen, noch nicht von Erfolg gekrönt.

"Dieser gesamte Vorgang steht mit dem laufenden Turnier in keinem Zusammenhang", sagt Erwin Langer. "Wir sind hier nur die Pächter für eine Woche." Sein Bruder Bernhard konzentriert sich ohnehin voll auf den Sport. "Ich muss hier vier Tage sehr gut spielen, wenn ich eine gute Platzierung erreichen will. Der Platz ist in einem hervorragenden Zustand und stellt gleichzeitig hohe Anforderungen an die Spieler", sagt Bernhard Langer. Dass der Hauptsponsor Mercedes Benz im kommenden Jahr nicht mehr zur Seite steht, ist schon seit Monaten bekannt. Die Langers sind intensiv auf Sponsorensuche für die Zukunft: "Wir sind mit einigen Unternehmen im Gespräch, die ernsthaftes Interesse zeigen, können aber noch keine Details nennen." Langer sieht kein Hindernis, dass die Veranstaltung auch in den nächsten Jahren in Pulheim stattfinden kann: "Die Spieler fühlen sich ausgesprochen wohl hier, der Platz wird immer noch besser und es kommen viele Zuschauer, die für eine hervorragende Atmosphäre sorgen. Das sind alles Gründe, die für eine Fortsetzung sprechen, was aber nur mit einem starken Partner realisierbar ist."

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