Golf
Nervosität wächst vor der Wahl des Ryder-Cup-Platzes

Horst Seehofer gegen Klaus Wowereit und Matthias Platzeck. BMW gegen Audi, Aufbau Ost gegen das blaue Blut der Wittelsbacher. Es ließen sich eine Reihe möglicher Interessenkonflikte aufzählen, die in Frankfurt am Dienstag in die von zehn Herren einvernehmlich zu treffende folgenschwere Entscheidung einfließen dürften: Welcher Golfplatz darf für Deutschland um den 42. Ryder Cup im Jahr 2018 ins Rennen gehen?
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KÖLN. Konkurrenten sind das A-Rosa-Resort in Brandenburg, der Golfclub München-Valley und der bayerische Wittelsbacher Ausgleichsfonds in Rohrenfeld bei Ingolstadt. Nicht nur die Betreiber der Golfplätze erhoffen sich mit dem prestigeträchtigen Zuschlag einen geldwerten Vorteil. Auch Sponsoren, Architekten und Teilhabern winken, je nach Ausgang, gute Geschäfte. „Klar ist das emotional, aber wir entscheiden komplett neutral nach Fakten“, verspricht Florian Bruhns, Geschäftsführer der Ryder Cup Deutschland GmbH (RCD). „Alleiniges Kriterium ist: Mit welcher Anlage haben wir die beste Chance, gegen die europäischen Mitbewerber zu bestehen?“

Es ist ein offenes Geheimnis, dass in der Jury der Golfprofi und RCD-Präsident Bernhard Langer mit seinem Geschäftspartner und Bruder Erwin eine zentrale Rolle spielen. „Wir wissen, dass sie unser Projekt sehr positiv aufnehmen“, sagt Frank Thonig, Geschäftsführer der Wittelsbacher-Anlage bei Ingolstadt, der Audi-Stadt. Der Autobauer unterstützt die Bewerbung und würde möglicherweise beim angestrebten Neubau der Anlage als Partner zur Seite sehen. „Die Region Ingolstadt wird so attraktiver für Führungskräfte“, sagt Thonig. Argumente, die einen anderen großen Golfsponsor nicht sonderlich beglücken dürften: BMW. Der Münchener Autobauer, der dem Vernehmen nach ebenfalls mit den Gremien des Ryder Cup Deutschland im Gespräch ist, lehnt jede Stellungnahme ab.

In Brandenburg, wo am Scharmützelsee wie in München-Valley eine fertige Anlage existiert, wächst die Nervosität: „Wir können zwar politisch nicht so auf den Tisch hauen wie die Bayern“, sagt A-Rosa-Direktorin Vanessa Herbon. „Aber der Ryder Cup gehört in die Nähe der Hauptstadt.“

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